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Bayer Aktie: DZ Bank hebt Ziel auf 51 Euro

Neue Klagen gefährden den milliardenschweren Glyphosat-Vergleich von Bayer. Der Dax-Konzern muss mit weiteren rechtlichen Hürden rechnen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Anwälte fordern Kippen des Vergleichs
  • Bayer-Aktie fällt um 1,81 Prozent
  • Cashflow durch Rechtskosten stark belastet
  • Analysten bleiben trotzdem optimistisch

Der milliardenschwere Schlussstrich unter den Glyphosat-Streit ist noch nicht gezogen. Anwälte von 13 Krebspatienten fordern ein Gericht in Missouri auf, die Vergleichsvereinbarung über 7,25 Milliarden Dollar zu kippen. Ihr Vorwurf: Bayer und federführende Klägeranwälte hätten Absprachen getroffen. Für den Dax-Konzern ist das ein Rückschlag – er hatte die juristische Großbaustelle eigentlich als erledigt betrachtet. Die Aktie reagiert prompt: Sie fällt am Donnerstag um 1,81 Prozent auf 37,35 Euro.

Einwände gegen das Verfahren

Die Kläger argumentieren, das Gericht in Missouri dürfe Bürger anderer US-Bundesstaaten gar nicht binden. Zudem seien die Ausstiegshürden aus dem Vergleich bewusst hoch gesetzt. Das erschwere Betroffenen die Fortführung eigener Klagen. Parallel dazu soll die federführende Anwaltsseite Honorare von 675 Millionen Dollar erhalten – ein weiterer Kritikpunkt.

Richter Timothy Boyer hatte der Vereinbarung im März vorläufig zugestimmt. Seine endgültige Entscheidung ist für den 9. Juli geplant. Auch aus der Justiz selbst kommt Gegenwind: US-Bundesrichter Vince Chhabria, der tausende Glyphosat-Klagen koordiniert, zweifelt massiv an der Rechtmäßigkeit des Verfahrens.

Die Anwälte, die den Vergleich ausgehandelt haben, verteidigen das Paket. Es garantiere Opfern eine Entschädigung. Eine ausstehende Entscheidung des Supreme Court könnte künftige Zahlungen sonst gefährden. Bayers Tochter Monsanto verweist darauf, dass Einwände bei landesweiten Vergleichen üblich seien.

Cashflow unter Druck

Die Rechtsstreitigkeiten belasten die Finanzen massiv. Der freie Cashflow lag im ersten Quartal 2026 bei minus 2,32 Milliarden Euro. Grund: Zahlungen für PCB- und Glyphosat-Verfahren schlugen mit netto 2 Milliarden Euro zu Buche. Für das Gesamtjahr rechnet Bayer mit einem negativen Cashflow von rund 5 Milliarden Euro. Die Finanzierung läuft über eine Kreditlinie über 8 Milliarden Dollar sowie Anleihen.

Das operative Geschäft läuft indes solide. Der Umsatz stieg im ersten Quartal um 4,1 Prozent auf 13,4 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legte um 9 Prozent auf 4,45 Milliarden Euro zu. Der Nettogewinn verdoppelte sich auf 2,76 Milliarden Euro.

Analysten bleiben zuversichtlich

Trotz der neuen Hürden haben mehrere Häuser ihre Einschätzungen angehoben. Die DZ Bank stufte Bayer von „Halten“ auf „Kaufen“ hoch und hob das Kursziel von 44 auf 51 Euro an. Grund: der starke Jahresstart und gesunkene Rechtsrisiken. Barclays zog nach und erhöhte das Kursziel auf 50 Euro. Der Aktienkurs hänge nun entscheidend von den Glyphosat-Entscheidungen im Juni ab.

Das eigentliche Problem bleibt die fehlende Planbarkeit. Selbst milliardenschwere Vergleiche schaffen keine endgültige Klarheit. Immer neue Einsprüche und Verfahrensfragen drohen. Die finale Entscheidung über den Sammelvergleich wird im Juli erwartet. Bis dahin bleibt der Fall offen – für Bayer und für die Anleger.

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