Geopolitik, ein enttäuschender Ausblick und ein Glyphosat-Vergleich, der noch nicht in trockenen Tüchern ist — Bayer kämpft gerade an drei Fronten gleichzeitig. Der Kurs hat seit Mitte Februar rund 22 Prozent nachgegeben und notiert damit deutlich unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 42,85 Euro.
Ölpreisschock trifft die Branche
Der Iran-Konflikt hat die Lage für die ohnehin krisengeplagte deutsche Chemiebranche verschärft. Die Blockade der Straße von Hormus trieb den Ölpreis über die 100-Dollar-Marke — für energieintensive Unternehmen wie Bayer bedeutet das unmittelbaren Margendruck. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) zog daraufhin seine Jahresprognose zurück und warnte vor Lieferkettenproblemen sowie Versorgungsrisiken bei wichtigen Rohstoffen.
Das kommt zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Anfang März hatte Bayer seine Jahreszahlen für 2025 vorgelegt: Der Umsatz stieg währungsbereinigt leicht auf 45,6 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA sank jedoch um 4,5 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro. Belastend wirkten Sonderaufwendungen für Rechtsstreitigkeiten von über 6 Milliarden Euro. Der Ausblick für 2026 enttäuschte dann zusätzlich — die prognostizierten Ergebnisse blieben unter den Analystenerwartungen, und Bayer erwartet für das laufende Jahr einen negativen freien Cashflow, bedingt durch die anstehenden Roundup-Vergleichszahlungen.
Supreme Court als Schlüsselereignis
Der 7,25-Milliarden-Dollar-Vergleich zur Beilegung der Glyphosat-Klagen erhielt Anfang März die vorläufige Genehmigung eines Missouri-Gerichts. Doch bis zum 4. Juni können Kläger Einspruch einlegen oder aussteigen — einzelne haben bereits Widerstand signalisiert. Rund 65.000 Klagen sind noch anhängig.
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Parallel läuft ein Verfahren vor dem US Supreme Court: Am 27. April wird verhandelt, ob Klagen wegen fehlender Warnhinweise auf dem Herbizid durch Bundesrecht ausgeschlossen werden können. Bayer erwartet eine Entscheidung in der zweiten Junihälfte. Das Ergebnis könnte die Bewertung des Unternehmens grundlegend verändern — in beide Richtungen.
Die Analystengemeinschaft spiegelt diese Unsicherheit in einer ungewöhnlich breiten Meinungsspanne wider:
- Deutsche Bank — Neutral, Kursziel 23 Euro (negativer Free Cashflow, Supreme-Court-Risiko)
- Barclays — Buy, Kursziel 48 Euro (vorläufige Settlement-Genehmigung als Risikoabbau)
- Goldman Sachs — Buy, Kursziel 54,50 Euro (Settlement-Fortschritt und Pipeline als Stützen)
Kurzfristig dürfte der Kurs vor allem vom Verlauf des Iran-Konflikts und etwaigen Neuigkeiten rund um den Vergleichsprozess abhängen. Der nächste fundamentale Fixpunkt ist der 12. Mai, wenn Bayer die Zahlen für das erste Quartal 2026 vorlegt — dann wird sich zeigen, wie stark Ölpreisanstieg und Branchenschwäche tatsächlich in den Ergebnissen ankommen.
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