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Bayer Aktie: Deutsche Bank traut 60 Euro zu

Deutsche Bank stuft Bayer auf Kaufen hoch und sieht Kurse von 60 Euro. Ein US-Urteil zu Glyphosat-Klagen und die neue Tochter Ruveon stützen die positive Einschätzung.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Deutsche Bank erhöht Kursziel auf 60 Euro
  • US-Urteil entlastet Bayer bei Glyphosat-Klagen
  • Neue Tochter Ruveon bündelt US-Glyphosatgeschäft
  • Aktie knackt erstmals seit Jahren 50-Euro-Marke

Ein Kursziel-Sprung um 15 Euro binnen weniger Stunden ist selten. Die Deutsche Bank hat genau das getan und Bayer gleichzeitig von „Hold“ auf „Buy“ hochgestuft. Der Auslöser liegt eine Woche zurück – und er wirkt bis heute nach.

Die Bayer-Aktie sprang am Donnerstag um rund fünf Prozent auf über 51 Euro und knackte damit erstmals seit fast drei Jahren die 50-Euro-Marke. Charttechnisch ist das ein Ausbruch. Seit Jahresbeginn steht damit ein Kursplus von fast 40 Prozent zu Buche – Rang drei im DAX, nur Infineon und Hochtief liegen davor. Bemerkenswert daran: Erst Anfang Juni war der Kurs noch auf unter 34 Euro gefallen, bevor die Rally einsetzte.

Der Auslöser: ein Urteil des US Supreme Court

Vergangene Woche entschied der oberste US-Gerichtshof, dass Bayer nicht wegen fehlender Krebswarnungen auf Roundup-Verpackungen verklagt werden kann. Die Begründung: Einheitliche Kennzeichnungspflichten der Umweltbehörde EPA lassen keine abweichenden Anforderungen einzelner Bundesstaaten zu. Tausenden Klagen im Zusammenhang mit dem Unkrautvernichter dürfte damit die Grundlage entzogen sein.

Für Bayer ist das mehr als ein juristischer Randerfolg. Der Konzern hatte im Februar einen Sammelvergleich über 7,25 Milliarden Dollar zur Beilegung der Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten geschlossen, der bereits vorläufig genehmigt ist. Die Anhörung zur endgültigen Genehmigung steht am 19. August an. Die Deutsche Bank geht davon aus, dass die bestehenden Rückstellungen nach dem Urteil ausreichen dürften, um die Glyphosat-Risiken abzudecken.

Ruveon soll das US-Geschäft schärfen

Parallel zur juristischen Entlastung zieht Bayer organisatorisch nach: Das operative US-Glyphosatgeschäft wandert in eine eigenständige Tochtergesellschaft namens Ruveon mit Sitz in St. Louis, Missouri. Preisgestaltung, Produktion und Logistik sollen dort künftig gebündelt laufen. Bayer begründet den Schritt mit der Wettbewerbsdynamik in einem Markt, der zunehmend von Nachahmerprodukten geprägt ist – Ruveon soll darauf agiler reagieren können als die bisherige Konzernstruktur.

Die Deutsche Bank sieht darin ein Signal, dass sich der Fokus wieder auf das operative Geschäft verschieben kann – mit Wachstumschancen sowohl in der Agrar- als auch in der Pharmasparte. Im Bloomberg-Konsens votieren mittlerweile 16 Analysten für einen Kauf der Aktie, vier für Halten und lediglich einer für Verkaufen.

Die nächste harte Bewährungsprobe für die neue Zuversicht folgt am 19. August, wenn das US-Gericht final über den Glyphosat-Vergleich entscheidet. Bis dahin dürfte der Markt die Aktie an der Frage messen, ob die juristische Entlastung tatsächlich in operativen Zahlen ankommt.

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