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Bayer Aktie: Asundexian in China zugelassen

Bayer treibt Pharma-Pipeline mit China-Zulassung und Augenheilkunde-Kauf voran, kämpft aber weiter mit negativem Cashflow durch Glyphosat-Vergleiche.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Asundexian-Zulassungsantrag in China eingereicht
  • Milliarden-Übernahme von Perfuse Therapeutics
  • Umsatzplus von 4,1 Prozent im ersten Quartal
  • Freier Cashflow durch Rechtsvergleiche negativ

Bayer baut seine Pharma-Pipeline aus — mit einem Schlaganfall-Kandidaten in China und einer Milliarden-Akquisition in der Augenheilkunde. Operativ läuft der Konzern runder als noch vor einem Jahr. Die Altlasten aus dem Glyphosat-Komplex drücken jedoch weiter auf Cashflow und Nerven der Anleger.

Asundexian: Zulassungsantrag in China

Im April 2026 akzeptierte Chinas Arzneimittelbehörde NMPA den Zulassungsantrag für Asundexian. Das Mittel soll Schlaganfälle nach einer ischämischen Attacke verhindern. Grundlage ist die Phase-III-Studie OCEANIC-STROKE, deren Ergebnisse im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurden. Asundexian reduzierte das Risiko eines erneuten ischämischen Schlaganfalls um 26 Prozent gegenüber Placebo — ohne das Blutungsrisiko zu erhöhen.

In China läuft der Kandidat unter beschleunigter Prüfung. In den USA hat die FDA bereits den Fast-Track-Status vergeben. Der adressierbare Markt für sekundäre Schlaganfall-Prävention liegt Analysten zufolge bei drei bis vier Milliarden US-Dollar — deutlich kleiner als der Vorhofflimmer-Markt, an dem Bayer mit Asundexian zuvor gescheitert war.

Augenheilkunde: Bayer kauft Perfuse Therapeutics

Im Mai 2026 kündigte Bayer die vollständige Übernahme von Perfuse Therapeutics an. Das Unternehmen forscht an ischämischen Augenerkrankungen. Bayer sichert sich damit PER-001, einen Endothelin-Rezeptorantagonisten in Phase II — entwickelt für Glaukom und diabetische Retinopathie.

Die Vorabzahlung beträgt 300 Millionen US-Dollar. Weitere 2,15 Milliarden US-Dollar sind an Entwicklungs- und Zulassungsmeilensteine geknüpft. Die Transaktion steht noch unter Vorbehalt kartellrechtlicher Genehmigungen und der Zustimmung der Perfuse-Aktionäre.

Der strategische Hintergrund: Eylea, Bayers größtes Augenheilkunde-Produkt mit zuletzt rund 3,1 Milliarden Euro Umsatz, verliert an Schwung. Mit PER-001 will Bayer frühzeitig einen Nachfolger aufbauen.

Solides Q1, aber negativer Cashflow

Im ersten Quartal 2026 erzielte Bayer einen Umsatz von 13,4 Milliarden Euro — ein währungsbereinigtes Plus von 4,1 Prozent. Das Crop-Science-Segment legte beim EBITDA um 17,9 Prozent zu. Die Marge kletterte auf 39,9 Prozent.

Die Kehrseite: Der freie Cashflow war mit minus 2,3 Milliarden Euro klar negativ. Ursache waren Abflüsse von rund 2 Milliarden Euro für Glyphosat- und PCB-Vergleiche. Die Nettofinanzschulden stiegen zum Ende des ersten Quartals auf 32,5 Milliarden Euro.

Anfang Juni müssen Kläger im Glyphosat-Sammelklageverfahren entscheiden, ob sie die Vergleichsbedingungen akzeptieren. Ende Juni erwartet der Markt ein Urteil des US Supreme Court in einem separaten Berufungsverfahren — mit potenziell weitreichenden Folgen für Bayers Rechtsrisiken.

Die Bayer-Aktie schloss am Freitag bei 37,72 Euro, rund 23 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 49,17 Euro. Im Jahresvergleich hat das Papier dennoch rund 65 Prozent zugelegt. Der Kurs liegt knapp über dem 200-Tage-Durchschnitt bei 35,12 Euro — diese Zone gilt als technische Stütze, solange die Rechtslage keine neuen Belastungen bringt.

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Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.