Bayer treibt die Zerlegung seines Portfolios voran. Die vor über einem Monat vereinbarte Transaktion mit Apollo Global Management, bei der der US-Finanzinvestor eine nicht-kontrollierende Minderheitsbeteiligung an einer neu gegründeten Gesellschaft mit der Bayer-Sparte für langwirksame Verhütungsmittel (LARC) übernimmt, soll im dritten Quartal 2026 abgeschlossen werden.
Bayer bleibt Mehrheitseigner und behält die volle operative Kontrolle über die Marken Mirena, Kyleena, Jaydess/Skyla und Jadelle. Apollo bringt dafür drei Milliarden Euro Eigenkapital ein – vorbehaltlich der noch ausstehenden Kartellgenehmigung.
Seit Bekanntwerden des Deals ist die Aktie um 2,1 Prozent gefallen, was zeigt, dass der Markt die Transaktion nicht als reinen Kurstreiber wertet. Für Bayer zählt vor allem der Effekt auf die Bilanz: Der Konzern hatte im zweiten Quartal eine Nettoverschuldung von 33,647 Milliarden Euro ausgewiesen, und frisches Eigenkapital aus dem Verkauf einer Minderheitsbeteiligung mindert den Schuldenberg, ohne dass Bayer die Kontrolle über das Geschäft abgeben muss.
Der Vergleichstermin bleibt der größere Unsicherheitsfaktor
Während der Apollo-Deal auf seinen formalen Abschluss wartet, richtet sich der Blick der Anleger weiterhin auf den Glyphosat-Sammelvergleich. Die gerichtliche Anhörung zur endgültigen Genehmigung – ein Vergleich von bis zu 7,25 Milliarden US-Dollar über 21 Jahre – wurde vor rund zwei Wochen von ursprünglich 19. August auf den 14. September verschoben.
Bayer und die Klägerseite hatten die Verschiebung gemeinsam beantragt, um Widerrufsanträge von Opt-out-Klägern nach dem Urteil des US Supreme Court im Fall Durnell zu bearbeiten.
Jenes Urteil vom 25. Juni hatte Bayer bereits einen wichtigen Etappensieg beschert: Die Zulassungsvorgaben der US-Umweltbehörde EPA haben demnach Vorrang vor bundesstaatlichem Recht, was Tausenden Klagen wegen angeblich fehlender Krebswarnhinweise die rechtliche Grundlage entzieht.
Diese juristische Gemengelage erklärt, warum Bayer parallel an mehreren Fronten arbeitet: Der Rechtsstreit um Glyphosat bindet weiterhin Kapital und Aufmerksamkeit, während operative Bereiche wie Crop Science und Pharmaceuticals eigenständig liefern müssen. Die vor gut einer Woche vorgelegten Quartalszahlen hatten das bereits unterstrichen – seither hat die Aktie um 2,5 Prozent zugelegt.
Portfolio-Straffung als roter Faden
Der Apollo-Deal reiht sich in eine Strategie ein, mit der Bayer sein Portfolio schlanker und die Bilanz robuster machen will, ohne sich von strategisch wichtigen Geschäftsfeldern vollständig zu trennen.
Die Konstruktion – Mehrheitseigentum bei gleichzeitiger externer Kapitalzufuhr – erlaubt es dem Konzern, Verschuldung abzubauen, ohne operative Steuerungshoheit preiszugeben. Ob sich dieses Modell auch auf andere Randbereiche übertragen lässt, dürfte für Anleger in den kommenden Monaten eine der zentralen Fragen bleiben.
Für die Aktie, die zuletzt bei 49,19 Euro schloss, bleibt der 14. September der nächste konkrete Termin mit Marktrelevanz. Bis dahin dürfte der Fortschritt bei der Kartellprüfung zum Apollo-Deal als zusätzlicher, wenn auch leiserer Indikator dafür dienen, wie konsequent Bayer seine Entschuldungsstrategie umsetzt.
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