Die Bayer-Aktie verliert drei Tage in Folge. Am Dienstag rutschte sie um 1,95 Prozent auf 37,74 Euro. Der Grund: Widerstand gegen den geplanten US-Glyphosat-Vergleich wächst.
Klägeranwälte torpedieren Milliarden-Deal
Anwälte von 13 Krebspatienten in Missouri fordern ein Gericht auf, die Vergleichsvereinbarung über 7,25 Milliarden US-Dollar zu blockieren. Der Zeitpunkt ist brisant. Am 4. Juni endet die Opt-out-Frist — Kläger müssen bis dahin entscheiden, ob sie dem Sammelvergleich beitreten oder eigenständig weiterklagen.
Für Vorstandschef Bill Anderson ist das ein Problem. Er will die Rechtsrisiken noch 2026 signifikant eindämmen. Die finale gerichtliche Anhörung ist für Juli angesetzt. Scheitert der Vergleich, fehlt dem Konzern die finanzielle Planungssicherheit.
Nubeqa-Studie startet in der zweiten Jahreshälfte
Parallel treibt Bayer seine Pharma-Pipeline voran. Eine neue klinische Kooperation soll den Wirkstoff Darolutamid (Handelsname Nubeqa) weiter stärken. Geplant ist eine Studie mit etwa 36 Patienten. Getestet wird OP-3136, ein neuartiger KAT6-Inhibitor, in Kombination mit Darolutamid. Start: voraussichtlich zweite Jahreshälfte 2026.
Nubeqa ist bereits ein Wachstumstreiber. Im ersten Quartal 2026 legten Nubeqa und das Nierenmedikament Kerendia zusammen um 64 Prozent zu. Die neue Studie soll die Einsatzmöglichkeiten weiter verbreitern.
Hierarchien halbiert, Managementpositionen gekappt
Die Restrukturierung läuft auf Hochtouren. Bayer setzt das Organisationsmodell „Dynamic Shared Ownership“ (DSO) um. Ziel: Hierarchien abbauen, Entscheidungen beschleunigen. Die Anzahl der Führungsebenen ist bereits halbiert. Managementpositionen wurden im Vergleich zum Programmstart um zwei Drittel reduziert.
Diese Effizienzsteigerungen sind essenziell. Die Nettofinanzverschuldung sank bis Ende 2025 auf unter 30 Milliarden Euro. Der freie Cashflow trug mit 2,1 Milliarden Euro dazu bei.
Markt bleibt skeptisch
Die Aktie notiert deutlich unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 49,17 Euro — der Abstand beträgt 23,25 Prozent. Seit Jahresanfang verlor der Titel 0,75 Prozent. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 37,73 Milliarden Euro.
Analysten beobachten die Entwicklung genau. Die fundamentale Bewertung hängt stark von den US-Gerichtsentscheidungen ab. Solange der Glyphosat-Komplex nicht abgeschlossen ist, bleibt die Unsicherheit hoch. Die Juli-Anhörung wird zeigen, ob Bayer den Rechtsstreit endlich beenden kann.
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