Zwei Hochstufungen an einem Tag — das ist keine Routine. Barclays und UBS haben ihre Bayer-Einstufungen heute auf „Overweight“ beziehungsweise „Buy“ angehoben, und die Aktie quittierte das mit einem Plus von über vier Prozent.
Pharma-Pipeline soll Patentlücken schließen
Der Kern der optimistischeren Analystensicht liegt in Bayers Medikamentenpipeline. Barclays-Analyst Charles Pitman-King argumentiert, dass neue Präparate wie Kerendia, Beyonttra und Lynkuet die absehbaren Umsatzverluste durch den Patentablauf von Xarelto und Eylea in diesem Jahr auffangen können. Ab 2027 erwartet er sogar wieder Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich. Die UBS stützt ihre Hochstufung zusätzlich auf positive Phase-3-Daten für Finerenone.
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Glyphosat: Risikobild hellt sich auf
Neben der Pipeline spielt die Neubewertung der Glyphosat-Risiken eine wichtige Rolle. Ein vorläufig genehmigter Vergleich über bis zu 7,25 Milliarden US-Dollar zur Beilegung zehntausender Roundup-Klagen hat das Bild verändert — Analysten sehen die Chancen inzwischen als übergewichtig gegenüber den Risiken. Endgültig ist der Vergleich allerdings noch nicht: Mögliche Aussteiger könnten die Einigung belasten. Zusätzlich wird bis Juni 2026 ein Urteil des US-Supreme Court im sogenannten Durnell-Präzedenzfall erwartet, das die künftige Haftungslage weiter konkretisieren dürfte.
Cashflow bleibt das Sorgenkind
Die positiven Signale kommen nicht ohne Einschränkungen. Für 2026 plant Bayer ein operatives EBITDA von 9,6 bis 10,1 Milliarden Euro auf währungsbereinigter Basis — ein im Wesentlichen stabiles Ergebnis. Der freie Cashflow wird jedoch voraussichtlich negativ ausfallen, da rund fünf Milliarden Euro an Rechtsstreitigkeitsauszahlungen zu Buche schlagen. Hinzu kommen geplante Einsparungen von zwei Milliarden Euro bis Ende 2026, die das Unternehmen strukturell entlasten sollen. Mit einem RSI von knapp unter 20 gilt die Aktie charttechnisch als stark überverkauft — das spiegelt die Belastungen der vergangenen Wochen wider, in denen der Kurs auf Monatssicht rund zwölf Prozent nachgegeben hatte.
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