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Bayer Aktie: 3,0 Milliarden von Apollo für Verhütungsgeschäft

Bayer verkauft Anteil an Verhütungssparte an Apollo für 3 Milliarden Euro. Moody's hebt Ausblick an, S&P bleibt vorsichtig.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Milliardenschwere Beteiligung von Apollo
  • Moody's verbessert Bonitätsausblick
  • S&P hält an negativem Ausblick fest
  • Glyphosat-Vergleich als Schlüsseltermin

Bayer holt sich frisches Kapital von einem der größten Finanzinvestoren der Welt. Der Konzern verkauft einen Teil seines Verhütungsgeschäfts an Apollo und sichert sich dadurch 3,0 Milliarden Euro. Die Aktie reagiert am Montag trotzdem mit einem leichten Minus.

Das Papier notiert bei 49,70 Euro, ein Rückgang von 0,96 Prozent zum Vortag. Nach der Rallye der vergangenen Wochen wirkt das wie eine Verschnaufpause. In den letzten 30 Tagen hatte die Aktie um 37,83 Prozent zugelegt.

Bayer bündelt Verhütungsgeschäft in neuer Gesellschaft

Der Deal mit Apollo wurde am Freitag unterschrieben. Bayer bündelt sein Geschäft mit langwirksamen Verhütungsmitteln in einer neuen Gesellschaft. Apollo steigt dort als Minderheitsgesellschafter ein.

Bayer behält die Mehrheit und die operative Kontrolle. Finanzvorständin Judith Hartmann erklärte, die Transaktion verschaffe dem Konzern mehr Flexibilität. Damit will Bayer anstehende Anleihen-Rückzahlungen und die Kosten laufender Rechtsverfahren stemmen.

Der Abschluss ist für das dritte Quartal 2026 geplant. Voraussetzung ist die Zustimmung der Kartellbehörden.

Ratingagenturen bewerten den Deal unterschiedlich

Moody’s hob den Ausblick für Bayer bereits am Sonntag von „stabil“ auf „positiv“ an. S&P Global bleibt vorsichtiger und bestätigte zwar das Rating „BBB/A-2″, beließ den Ausblick aber auf „negativ“.

Der Grund: Bayer rechnet für 2026 mit Rechtskosten von rund 5 Milliarden Euro. Diese Summe könnte den freien Cashflow weiter belasten. Der Apollo-Deal deckt zwar einen erheblichen Teil davon ab. Die endgültige gerichtliche Genehmigung der US-Vergleiche steht laut S&P aber noch aus.

Analysten sehen unterschiedliche Perspektiven

Die Investmentbanken reagierten am Montag mit gegensätzlichen Einschätzungen. UBS-Analyst Matthew Weston bestätigte sein „Buy“-Rating und ein Kursziel von 52 Euro. Er richtet den Blick auf die Gerichtsanhörung am 19. August 2026, bei der über die finale Genehmigung eines Sammelvergleichs im Glyphosat-Komplex entschieden wird.

Jefferies-Analyst Michael Leuchten bleibt zurückhaltender. Er beließ sein Rating bei „Hold“ mit einem Kursziel von 46 Euro. Sein Argument: Die hohe Verschuldung und nötige Investitionen in die Pharma-Pipeline schränken kurzfristige Optionen für eine Konzernaufspaltung ein — trotz der verbesserten Bilanzstruktur durch den Apollo-Deal.

Charttechnik zeigt erste Ermüdung

Nach der starken Rallye zeigt der RSI mit 67,9 erste Anzeichen einer überkauften Lage. Die Aktie notiert trotzdem klar über dem 50-Tage-Durchschnitt von 40,41 Euro und dem 200-Tage-Durchschnitt von 37,79 Euro. Auf Jahressicht steht ein Plus von 30,70 Prozent.

Das 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro vom 3. Juli bleibt der nächste Widerstand. Bis dahin sind es von der aktuellen Marke noch gut 8 Prozent.

Zwei Termine dürften die kommenden Wochen prägen. Am 4. August legt Bayer seinen Halbjahresbericht vor. Am 19. August folgt die Gerichtsanhörung zum Glyphosat-Vergleich — für UBS-Analyst Weston der eigentliche Schlüsseltermin für die weitere Kursentwicklung.

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