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Bayer Aktie: 2,45 Milliarden für Perfuse-Übernahme

Bayer treibt mit der Perfuse-Übernahme die Augenheilkunde voran, während die Entscheidung über den Glyphosat-Vergleich im Juli ansteht.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Übernahme von Perfuse Therapeutics abgeschlossen
  • FDA-Zulassung für Kontrastmittel AMBELVIST®
  • Neues Innovationszentrum in China eröffnet
  • Glyphosat-Vergleich vor entscheidender Anhörung

Bayer kauft sich tiefer in die Augenheilkunde ein. Mit dem Abschluss der Perfuse-Übernahme sichert sich der Konzern einen Wirkstoff, der gleich zwei der weltweit häufigsten Erblindungsursachen angreifen soll — und zeigt damit, dass die Pharmasparte mehr Substanz hat als die Glyphosat-Schlagzeilen vermuten lassen.

PER-001: Potenzial mit Fragezeichen

Bayer zahlt bis zu 2,45 Milliarden US-Dollar für Perfuse Therapeutics. Die Vorabzahlung beträgt 300 Millionen US-Dollar; der Rest hängt an Meilensteinen. Im Kern geht es um PER-001, ein intravitreales Implantat in Phase II. Es soll Glaukom und diabetische Retinopathie behandeln — beide Erkrankungen gelten als chronisch unterversorgt.

Das Implantat basiert auf einer Sustained-Release-Plattform, die Wirkstoffe über längere Zeit abgibt. Bayer hat bereits Expertise in der Ophthalmologie; die Akquisition baut darauf auf. Der Aufwärtspfad ist real — aber er hängt daran, ob PER-001 in zulassungsrelevanten Studien dauerhaften Nutzen bei Sehfeld, Struktur und Sicherheit belegen kann.

FDA-Zulassung und China-Expansion

Parallel dazu läuft die Pipeline auf mehreren Spuren. Am 15. Juni erhielt Bayers MRT-Kontrastmittel AMBELVIST® die FDA-Zulassung — als niedrigst dosiertes Präparat seiner Art in den USA. Japan hatte es bereits im März 2026 zugelassen. Zulassungsanträge in der EU und China laufen noch.

Im Consumergeschäft baut Bayer seine China-Präsenz aus. Im Juni eröffnete das Unternehmen ein zweites Innovationszentrum in der Provinz Shandong. China ist Bayer Consumer Healths zweitgrößter Markt weltweit. Das Zentrum soll lokales Verbraucherwissen mit globalen Plattformen verknüpfen — Fokus auf Haut- und Verdauungsgesundheit.

Glyphosat bleibt das Damoklesschwert

Das Bild bleibt gespalten. Am 9. Juli steht in St. Louis die finale Anhörung zur Genehmigung des Milliardenvergleichs im Glyphosat-Komplex an. Ferner entscheidet der Supreme Court noch über die Glyphosat-Klagewelle. Ein Urteil könnte rund 65.000 Verfahren beenden — oder die Milliardenlast verlängern.

Bei den Investoren zeigt sich indes Bewegung. Die Regierung von Singapur reduzierte ihren Anteil von 4,17 auf 2,90 Prozent. Goldman Sachs senkte seinen Stimmrechtsanteil auf 4,84 Prozent, nach 5,40 Prozent nur drei Tage zuvor.

Die Aktie notiert bei 38,01 Euro und liegt damit knapp über ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 36,28 Euro. Berenberg hob das Kursziel im Juni auf 40,50 Euro an. Der 9. Juli wird zeigen, ob der Glyphosat-Vergleich endlich Rechtssicherheit bringt — oder ob das Thema den Kurs weiter belastet.

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