Bayer setzt auf eine Zukunftstechnologie, deren Früchte erst in fast zwei Jahrzehnten reifen sollen. Der Leverkusener Konzern sichert sich per Lizenzvertrag Zugang zu Hybridweizen-Technologie. Die Börse reagiert darauf am Mittwoch mit einem Kursrückgang von 2,12 Prozent auf 48,12 Euro.
Hybridweizen als langfristiges Wachstumsfeld
Bayer hat eine exklusive Lizenzvereinbarung mit dem französischen Saatgutspezialisten RAGT geschlossen. Ziel ist die gemeinsame Entwicklung von Hybridweizen für Europa und Nordamerika. Die ersten marktreifen Sorten sollen Anfang der 2030er Jahre verfügbar sein.
Hybridweizen verspricht beim Marktstart ein Ertragsplus von rund 10 Prozent gegenüber konventionellem Saatgut. Das klingt zunächst nach einem Nischenprodukt. Bayer denkt aber in globalen Dimensionen: Weltweit wird Weizen auf über 220 Millionen Hektar angebaut.
Der Konzern peilt ab Mitte der 2040er Jahre einen jährlichen Umsatz von bis zu einer Milliarde Euro allein mit Hybridweizen an. Bis dahin ist es ein langer Weg. Die Partnerschaft mit RAGT soll Bayers bestehende Strategie zur Ertragssteigerung in der Landwirtschaft ergänzen.
Nubeqa startet in neue Phase-3-Studie
Auch aus der Pharmasparte gibt es Bewegung. ORIC Pharmaceuticals startete am 14. Juli die globale Phase-3-Studie „Himalayas-1″. Sie untersucht den Wirkstoff Rinzimetostat in Kombination mit Bayers Krebsmedikament Darolutamid, das unter dem Namen Nubeqa vertrieben wird.
Die Studie richtet sich an Patienten mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakrebs. Rund 600 Patienten in 25 Ländern sollen teilnehmen. Bayer stellt das Medikament für die Studie kostenlos zur Verfügung und sichert sich damit potenziell ein weiteres Einsatzgebiet für Nubeqa in der Onkologie.
Parallel investiert Bayer über seinen Kapitalarm „Leaps by Bayer“ in autonome Landwirtschaftstechnik. Der Konzern führte eine Finanzierungsrunde für das Startup Sabanto an. Sabanto entwickelt Systeme, die den Arbeitskräftemangel auf dem Feld lindern sollen.
Kurs unter Druck trotz starker Jahresbilanz
Die Aktie notiert aktuell bei 48,12 Euro und liegt damit 10,66 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro vom 3. Juli. Auf Wochensicht steht ein Minus von 4,45 Prozent zu Buche. Der Blick auf die vergangenen zwölf Monate zeigt dennoch ein Plus von 76,49 Prozent, ausgehend vom Tief bei 25,09 Euro im August 2025.
Mit einer Marktkapitalisierung von 49,24 Milliarden Euro bleibt Bayer ein Schwergewicht im DAX. Der Kurs notiert mit 17,83 Prozent deutlich über dem 50-Tage-Durchschnitt von 40,84 Euro. Der RSI liegt bei 59,9 und signalisiert damit einen neutralen Bereich ohne Überkauft-Signal.
Die annualisierte Volatilität auf 30-Tage-Sicht liegt bei 61,75 Prozent. Das zeigt: Trotz der langfristig angelegten Projekte bleibt die Aktie kurzfristig ein unruhiges Papier. Für die weitere Kursentwicklung dürfte entscheidend sein, wie schnell erste konkrete Fortschritte bei der Weizen-Partnerschaft und den Nubeqa-Studiendaten sichtbar werden.
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