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BAT: Dragos Constantinescu wird Finanzvorstand

British American Tobacco verzeichnet nach Rekordhoch einen Rücksetzer. EU-Regulierungspläne, Schmuggel und ein Führungswechsel belasten die Aktie.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Wöchentlicher Kursverlust von 6,4 Prozent
  • EU-Kampagne gegen schärfere Tabakregeln
  • Illegaler Zigarettenhandel in Chile steigt
  • Neuer Finanzvorstand ab September

Nach einem beeindruckenden Lauf gerät British American Tobacco unter Druck. Die Aktie schloss die Woche mit einem Minus von rund 6,4 Prozent und notiert aktuell bei 52,66 Euro — gut acht Prozent unterhalb des Mitte Mai markierten 52-Wochen-Hochs von 57,18 Euro. Drei Themen bestimmen das Bild: ein regulatorischer Vorstoß in Brüssel, wachsende Schmuggelproblem in Lateinamerika und eine Führungswechsel im Finanzressort.

Brüssel als neues Schlachtfeld

Die strategisch bedeutsamste Entwicklung der Woche spielte sich in Brüssel ab. BAT startete die Kampagne „Share Your Voice“ — eine konzertierte Initiative, die Verbraucher und Handelspartner mobilisieren soll, sich an der EU-Konsultation zur Überarbeitung der Tabakproduktrichtlinie (TPD) zu beteiligen.

Hintergrund ist ein Evaluierungsbericht der Europäischen Kommission vom April 2026, der nach BAT-Lesart auf verschärfte Einschränkungen oder gar ein Verbot bestimmter rauchfreier Produkte hindeutet. Der Konzern argumentiert, dass mehr als 30 Millionen europäische Erwachsene von Zigaretten auf rauchfreie Alternativen umgestiegen sind — und dass diese Gruppe in den politischen Prozess einbezogen werden sollte. Pikant: Der Regulierungsausschuss der Kommission selbst hatte den Evaluierungsbericht Ende vergangenen Jahres mit einem negativen Votum versehen und moniert, dass er keine klare Wirkungszuschreibung einzelner Maßnahmen liefere. BAT nutzt genau diesen Punkt als Hebel und warnt, die EU gefährde ihr eigenes Ziel einer rauchfreien Gesellschaft bis 2040.

Kursrally verpufft, Schmuggel drückt

Der Kursrückgang folgt auf eine markante Rallye Anfang Mai. Am 12. Mai schoss die Aktie in London um knapp 6 Prozent auf 46,34 Pfund, nachdem die US-Behörde FDA signalisiert hatte, die Durchsetzung gegen bestimmte nicht genehmigte E-Zigaretten- und Nikotinbeutelprodukte mit laufenden Zulassungsanträgen vorerst zurückzustellen. Etablierte Marken wie Vuse und Velo von BAT galten als direkte Profiteure.

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Die Gewinne hielten sich nicht. Aus Chile kamen beunruhigende Zahlen: Rund 60 Prozent der dort konsumierten Zigaretten stammen inzwischen aus illegalem Handel — ein Niveau, das legale Marktanteile und Margen direkt aushöhlt. BAT verwies auf bereits vollzogene Büroschließungen in Ecuador und Bolivien als Folge ähnlicher Entwicklungen. Der Hafen von Antofagasta gilt dabei als zentrales Einfallstor für Schmuggelware.

Fundamentaldaten und Ausblick

Trotz des Gegenwinds lieferte BAT im ersten Quartal 2026 solide Zahlen. Der Umsatz im Bereich nicht-verbrennungsbasierter Produkte stieg um 17 Prozent auf konstanter Währungsbasis. Vuse-Vaping-Produkte legten volumenmäßig um 12 Prozent zu, Velo-Nikotinbeutel sogar um 28 Prozent. Die Jahresziele — konstantes Umsatzwachstum von 3 bis 5 Prozent und ein Rückgang des Verschuldungsgrads auf 2,0 bis 2,5x — blieben bestätigt. Ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm läuft parallel.

Technisch hält sich die Aktie noch oberhalb ihrer wichtigsten gleitenden Durchschnitte. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt bei 5.045 Pence, acht von neun Analysten empfehlen den Kauf. Am 1. September übernimmt Dragos Constantinescu das Amt des Finanzvorstands — mitten in einer Phase, in der BAT gleichzeitig regulatorische Überprüfungen auf beiden Seiten des Atlantiks managt. Die Halbjahreszahlen am 30. Juli werden zeigen, ob der Wachstumskurs im nicht-verbrennungsbasierten Segment anhält.

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