Die deutsche Chemieindustrie rutscht tiefer in die Krise. Gestörte Lieferketten und der Iran-Krieg belasten die Stimmung massiv. BASF liefert in diesem schwierigen Umfeld überraschend robuste Quartalszahlen. Der Branchenprimus trotzt dem Gegenwind.
Geschäftsklima auf Talfahrt
Das ifo-Institut misst für die Chemiebranche den tiefsten Stand seit fast drei Jahren. Das Geschäftsklima sank im April auf minus 29 Punkte. Besonders die Erwartungen der Unternehmen brachen regelrecht ein.
Der Iran-Krieg stört die globalen Lieferketten. Kunden weichen vermehrt auf einheimische Produkte aus. Die Folge: ein kurzfristiger Anstieg bei Preisen und Aufträgen. Ein tragfähiger Aufschwung ist das laut ifo-Expertin Anna Wolf nicht.
Die Konzerne werten die Nachfrage als vorübergehenden Effekt. Sie planen für die kommenden Monate mit weniger Produktion. Auch bei neuen Jobs treten die Unternehmen auf die Bremse.
Zahlen schlagen Erwartungen
Vor diesem Hintergrund blicken Investoren genau auf die BASF-Bücher. Der Umsatz fiel im Auftaktquartal währungsbedingt auf rund 16 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis sank leicht auf knapp 2,4 Milliarden Euro. Damit übertraf der Konzern die Analystenerwartungen deutlich.
Währungseffekte aus dem US-Dollar und dem chinesischen Renminbi belasteten das Geschäft. Trotzdem hält der Vorstand an seiner Jahresprognose fest. Das Ziel bleibt ein operatives Ergebnis zwischen 6,2 und 7,0 Milliarden Euro. Geopolitische Risiken könnten diese Annahmen allerdings noch gefährden.
Rückkauf stützt den Kurs
Parallel dazu stützt ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm den Wert der Papiere. BASF hat hierfür bereits rund 880 Millionen Euro investiert. Die Aktie schloss am gestrigen Donnerstag bei 50,41 Euro. Auf Wochensicht verlor das Papier knapp acht Prozent.
Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von rund 13 Prozent auf der Anzeigetafel. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch aus dem April bleibt mit knapp acht Prozent moderat.
Das laufende Rückkaufprogramm endet planmäßig im Juni. Spätestens mit den Zahlen zum zweiten Quartal muss BASF beweisen, ob das aktuelle Mengenwachstum den Druck durch hohe Energiekosten dauerhaft ausgleicht.
