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BASF Aktie: Weichenstellung unklar?

BASF verfehlt Analystenerwartungen mit vorsichtiger Gewinnprognose für 2026 und verschärft sein Sparprogramm, während die Aktie deutlich nachgibt.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Gewinnprognose für 2026 unter Analystenschätzungen
  • Sparziel bis Ende 2026 auf 2,3 Milliarden Euro erhöht
  • Investitionspläne für 2026-2029 um 20 Prozent gekürzt
  • Dividende von 2,25 Euro je Aktie bleibt stabil

Der Chemieriese drückt auf die Kostenbremse, doch der Markt ist nicht überzeugt. Mit dem finalen Ausblick auf 2026 verfehlte das Management die Erwartungen der Analysten deutlich. Investoren reagierten prompt mit Verkäufen, während der Konzern nun noch tiefer in die Kostenstruktur eingreift, um der anhaltenden Nachfrageschwäche zu begegnen.

Ausblick belastet die Stimmung

Der Hauptgrund für die Nervosität der Anleger liegt in der Prognose für das laufende Geschäftsjahr. BASF erwartet ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 6,2 und 7,0 Milliarden Euro. Der Mittelpunkt dieser Spanne liegt rund sieben Prozent unter den bisherigen Schätzungen der Experten.

Das Management plant in seinem Basisszenario keine spürbare Markterholung ein und warnt vor Währungsgegenwind, der bereits das erste Quartal mit rund 200 Millionen Euro belasten dürfte. Die Reaktion an der Börse fiel eindeutig aus: Die Aktie gab am Freitag um gut 2 Prozent nach und ging bei 48,55 Euro aus dem Handel. Damit vergrößert sich der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von Anfang März 2025 auf gut 10 Prozent.

Sparkurs wird verschärft

Um die Profitabilität zu sichern, intensiviert der Vorstand das Sparprogramm. Das Ziel für jährliche Einsparungen bis Ende 2026 wurde auf 2,3 Milliarden Euro angehoben. Ein Fokus liegt dabei auf der Verwaltung und der Verlagerung von Funktionen nach Asien.

Gleichzeitig setzt BASF den Rotstift bei den Zukunftsinvestitionen an. Die geplanten Sachinvestitionen für den Zeitraum 2026 bis 2029 wurden um rund 20 Prozent auf 13 Milliarden Euro gekürzt. Dies soll den freien Mittelzufluss (Free Cashflow) stützen, der für das laufende Jahr zwischen 1,5 und 2,3 Milliarden Euro erwartet wird.

Licht und Schatten im Rückspiegel

Der Blick auf das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 zeigt ein gemischtes Bild. Während der Umsatz auf knapp 59,7 Milliarden Euro sank und das operative Ergebnis unter Druck stand, konnte der Nettogewinn auf 1,6 Milliarden Euro gesteigert werden. Dies lag jedoch primär an Sondereffekten, wie einer Zahlung aus Staatsgarantien für die Tochter Wintershall DEA.

Für Dividendenjäger gibt es trotz der operativen Herausforderungen Konstanz: Die Ausschüttung soll stabil bei 2,25 Euro je Aktie bleiben. Zudem läuft ein Aktienrückkaufprogramm, das durch Portfolioverkäufe finanziert wird.

Analysten uneinig über Erholung

Die Bewertung der Lage fällt unter den Experten unterschiedlich aus. Während Goldman Sachs das Kursziel bei 62 Euro belässt und die Abweichung im Ausblick als verkraftbar einstuft, reagieren andere Häuser skeptischer. Barclays und Jefferies verweisen auf die schwache Entwicklung im vierten Quartal und sehen die Risiken im europäischen Chemiesektor noch nicht gebannt.

BASF steht ein weiteres Übergangsjahr bevor. Die Kombination aus gekürzten Investitionen und erhöhtem Spardruck verdeutlicht den Ernst der Lage. Ob die Restrukturierung schnell genug greift, um den Gegenwind durch Konjunktur und Währungseffekte auszugleichen, wird sich spätestens bei der Hauptversammlung am 30. April zeigen.

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