BASF dreht die Kostenschraube massiv an. Der Chemiekonzern aus Ludwigshafen reagiert auf eine schwache Marktlage und enttäuschende Geschäftsaussichten mit einem deutlich ambitionierteren Sparprogramm. Gleichzeitig werden Investitionen gekürzt und der Konzernumbau forciert – während die Dividende trotz knapper Cashflow-Lage stabil bleiben soll.
Prognose enttäuscht Erwartungen
Für 2026 stellt BASF ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 6,2 und 7,0 Milliarden Euro in Aussicht. Der Mittelpunkt dieser Spanne liegt rund sieben Prozent unter den bisherigen Konsensschätzungen der Analysten.
Zusätzlichen Druck erzeugen Währungseffekte: Allein die Schwäche des US-Dollars könnte das operative Ergebnis im ersten Quartal um bis zu 200 Millionen Euro belasten. Die Mengenentwicklung im Januar blieb außerhalb Chinas schwach.
Vorstandschef Markus Kamieth rechnet kurzfristig weder mit einer spürbaren konjunkturellen Belebung noch mit einer Entspannung geopolitischer Spannungen.
Geschäftsjahr 2025: Rückläufige Entwicklung
Die Zahlen aus 2025 zeigen das Ausmaß der Herausforderungen: Der Umsatz fiel von 61,4 auf 59,7 Milliarden Euro. Belastend wirkten negative Währungseffekte sowie sinkende Preise in fast allen Segmenten. Das EBITDA vor Sondereinflüssen ging um 686 Millionen Euro auf 6,6 Milliarden Euro zurück.
Sparziel deutlich angehoben
Um die Profitabilität zu sichern, greift der Vorstand hart durch. Das jährliche Einsparziel bis Ende 2026 wurde von 1,6 auf 2,3 Milliarden Euro angehoben. Bis Ende 2025 erreichte BASF nach eigenen Angaben bereits eine jährliche Kosteneinsparungsrate von rund 1,7 Milliarden Euro.
Ein Großteil der Einsparungen wird durch Personalabbau realisiert: Seit Ende 2023 wurden bereits 4.800 Stellen gestrichen, weitere Kürzungen in Verwaltung und IT sind geplant. Zudem werden Funktionen kosteneffizient in Hubs nach Indien und Malaysia verlagert.
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Parallel dazu kürzt BASF die Sachinvestitionen für die Jahre 2026 bis 2029 um 20 Prozent auf 13 Milliarden Euro.
Dividende trotz Cashflow-Lücke stabil
Trotz der operativen Herausforderungen hält BASF an seiner Dividendenpolitik fest und plant eine Ausschüttung von 2,25 Euro je Aktie. Das entspricht einer Gesamtsumme von rund 2 Milliarden Euro. Der Free Cashflow lag 2025 bei lediglich 1,34 Milliarden Euro und deckt die Dividende somit nicht vollständig ab. Für 2026 plant das Management mit 1,5 bis 2,3 Milliarden Euro.
Die nächste Dividende wird am 6. Mai 2026 gezahlt, Ex-Tag ist der 4. Mai 2026.
Portfolioumbau läuft parallel
BASF verfolgt neben der Kostensenkung einen umfassenden Konzernumbau: Der Verkauf des Geschäfts mit optischen Aufhellern an Catexel wurde Ende Februar abgeschlossen. Der Verkauf der Lacksparte soll im zweiten Quartal 2026 folgen. Die Agrarsparte wird für einen möglichen Börsengang bis 2027 vorbereitet.
Gleichzeitig kauft BASF eigene Aktien zurück. Das Programm über bis zu 1,5 Milliarden Euro läuft bis Ende Juni 2026. Seit Start im November 2025 wurden bereits 14 Millionen Aktien zurückgekauft.
Der neue Verbundstandort in Zhanjiang gilt als strategisches Großprojekt. Die wichtigsten Anlagen wurden erfolgreich in Betrieb genommen, doch fallende Preise und Überkapazitäten auf dem chinesischen Markt bleiben herausfordernd.
Nächster Prüfstein: Hauptversammlung
Am 30. April 2026 findet die Hauptversammlung in Mannheim statt. Dort dürfte der verschärfte Sparkurs inklusive Dividendensignal und Investitionskürzungen zum zentralen Diskussionspunkt werden. Entscheidend wird sein, ob die angehobenen Sparziele schnell genug greifen, um die schwache Umsatzdynamik auszugleichen.
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