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BASF Aktie: Umsatz springt 16 Prozent auf 17,2 Milliarden

BASF kündigt Aktienrückkauf über eine Milliarde Euro an und erhöht die Jahresziele nach einem überraschend starken zweiten Quartal.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Neues Rückkaufprogramm über eine Milliarde Euro
  • Jahresprognose nach starkem Q2 angehoben
  • Coatings-Verkauf bringt Milliarden-Gewinn
  • Schuldenabbau und Restrukturierung laufen weiter

BASF hat den Kapitalmarkt mit einem dichten Paket an Nachrichten versorgt. Der Vorstand beschloss ein neues Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu einer Milliarde Euro. Es soll im August 2026 starten und bis Ende April 2027 abgeschlossen sein. Insgesamt sollen 31.600.261 Aktien eingezogen werden, das entspricht rund 3,5 Prozent des Grundkapitals zum Zeitpunkt der Ankündigung.

Rückkauf als Baustein eines größeren Programms

Der neue Rückkauf ist Teil eines im September 2024 angekündigten Gesamtprogramms über vier Milliarden Euro, das bis Ende 2028 laufen soll. Zwischen November 2025 und Juni 2026 kaufte BASF bereits Aktien im Wert von rund 1,5 Milliarden Euro zurück und zog sie ein. Für Anleger verändert das die Kapitalstruktur schrittweise: Weniger ausstehende Aktien bedeuten einen höheren Anteil je verbleibendem Titel an künftigen Gewinnen.

Prognose nach starkem Quartal angehoben

Grundlage für die Kapitalrückführung ist ein deutlich verbessertes operatives Geschäft. BASF-Chef Markus Kamieth erklärte im Halbjahresbericht: „Wir haben die Position von BASF im Markt weiter gestärkt und große Fortschritte bei unseren Restrukturierungsmaßnahmen sowie bei der Weiterentwicklung unseres Portfolios erzielt.“ Der Konzern steigerte im zweiten Quartal 2026 in fast allen Segmenten das Ergebnis, getragen von höheren Preisen und höheren Absatzmengen. Der Umsatz kletterte um 16 Prozent auf 17,2 Milliarden Euro, nach 14,8 Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Das EBITDA vor Sondereinflüssen erreichte 2,4 Milliarden Euro und lag damit deutlich über dem Analystenkonsens. Wegen der besser als erwarteten Geschäftsentwicklung hob BASF die Jahresprognose 2026 an: Erwartet wird nun ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 6,9 und 7,7 Milliarden Euro, zuvor lag die Spanne bei 6,2 bis 7,0 Milliarden Euro. Die Prognosen für Free Cashflow und CO₂-Emissionen blieben unverändert.

Ein Sondereffekt prägte zugleich die Bilanz: Der zum 30. Juni 2026 abgeschlossene Verkauf des Coatings-Geschäfts an die Carlyle Group brachte einen Veräußerungsgewinn von 3,9 Milliarden Euro vor Steuern, bei einer erwarteten Steuerbelastung im mittleren dreistelligen Millionenbereich. Die Kaufpreiszahlung von 5,6 Milliarden Euro sowie Einzahlungen aus dem Verkauf von Anteilen an Harbour Energy in Höhe von 522 Millionen Euro trieben den Cashflow aus Investitionstätigkeit im zweiten Quartal auf 5,5 Milliarden Euro, nach minus 1,1 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Operativ blieb der Free Cashflow dagegen mit minus 189 Millionen Euro im negativen Bereich und lag damit 721 Millionen Euro unter dem Niveau des Vorjahresquartals.

Schuldenabbau und Restrukturierung laufen weiter

Die Erlöse aus den Verkäufen fließen auch in die Bilanzstärkung. Im dritten Quartal 2026 will BASF Anleihen und Kredite mit einem Nominalvolumen von 1,6 Milliarden Euro vorzeitig zurückzahlen, um den Nettoverschuldungsgrad zu senken. Der Konzern strebt weiterhin ein Single-A-Rating an, aktuell bewerten Fitch, Moody’s und S&P das Unternehmen jeweils im A-Bereich mit stabilem Ausblick. Parallel dazu schreitet die Restrukturierung voran: Zwischen Januar 2024 und Ende Juni 2026 baute BASF weltweit rund 7.000 Stellen ab. Am Stammsitz Ludwigshafen sank die Zahl der Vollzeitstellen im Mai 2026 erstmals seit 1954 unter 30.000. Der Anteil hoch wettbewerbsfähiger Produktionseinheiten am Standort stieg seit 2024 von 78 auf 88 Prozent.

Analysten der DZ Bank reagierten Ende Juli auf die Zahlen. Nach den Q2-Ergebnissen bestätigten sie am 30. Juli ihre Kaufempfehlung für BASF und hoben das Kursziel von 63,00 auf 64,00 Euro an, zudem legten ihre Gewinnerwartungen zu.

Kurs nähert sich dem Jahreshoch

An der Börse spiegelt sich die Nachrichtenlage in einer soliden Kursentwicklung. Die BASF-Aktie notiert aktuell bei 51,29 Euro und hat seit Jahresbeginn 15,44 Prozent zugelegt. Zum 52-Wochen-Hoch von 55,05 Euro, erreicht im April, fehlen dem Papier noch 6,83 Prozent. Der nächste Termin für Anleger ist bereits gesetzt: Am 27. Oktober 2026 veröffentlicht BASF die Zahlen zum dritten Quartal.

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Diskussion zu BASF

Dr. Robert Sasse

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom und Unternehmer mit umfassender Expertise in Finanzmärkten und Wirtschaftstheorie. Seine akademische Ausbildung verbindet er mit praktischer Unternehmenserfahrung, um fundierte Analysen zu langfristigen Anlagestrategien zu liefern.

Als Verfechter einer marktwirtschaftlichen Ordnung fokussiert sich Dr. Sasse auf die Vermittlung von Strategien für nachhaltigen Vermögensaufbau durch Aktieninvestments. Seine wissenschaftlich fundierten Beiträge auf stock-world.de richten sich an Anleger, die eigenverantwortliche, informierte Entscheidungen für ihre finanzielle Zukunft treffen möchten.

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