Der Rhein macht BASF wieder zu schaffen. Wegen niedriger Pegelstände kann der Ludwigshafener Konzern einige Produkte nicht mehr vollständig ausliefern, wie Reuters berichtete. Die Lieferstörungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Rahmenbedingungen für die deutsche Chemiebranche eigentlich aufhellen.
Stimmung in der Branche dreht
Reuters berichtete zudem, die Stimmung in der deutschen Chemieindustrie habe sich im August erstmals seit vier Jahren wieder verbessert. BASF wurde in diesem Zusammenhang als eines der Unternehmen genannt, die zuletzt ihre Jahresgewinnprognose angehoben hatten – ein Schritt, der bereits vor über einem Monat erfolgte und seither die Kursentwicklung stützt.
Die Rhein-Problematik ist damit kein neues Phänomen für den Konzern, sondern eine wiederkehrende logistische Herausforderung, die den positiven Branchentrend zumindest kurzfristig überschattet.
Parallel zu den Lieferengpässen hält BASF an strategischen Weichenstellungen fest. Der geplante Börsengang des Agrarchemiegeschäfts bleibt laut Börsenberichten weiterhin im Visier des Konzerns. Zudem kündigte die Sparte Agricultural Solutions den Bau eines neuen Climate Center am deutschen Hauptsitz an. Auf der Produktseite brachte die US-Tochter BASF Corp. das Sonnenschutzmittel Tinosorb S auf den amerikanischen Markt.
Infrastruktur als Antwort auf Niedrigwasser
Dass die Logistik am Rhein für BASF ein Dauerthema ist, zeigte sich auch bei einem Termin mit Symbolcharakter: Bundesverkehrsminister und BASF-CEO Kamieth nahmen gemeinsam an der Erweiterung eines Transportterminals teil. Die Investition in die Terminal-Infrastruktur soll die Abhängigkeit von schwankenden Flusspegeln künftig verringern – ein Ziel, das angesichts der aktuellen Teillieferstopps an Dringlichkeit gewinnt.
Kurs behauptet sich trotz operativer Reibung
Der Aktienkurs zeigt sich von den logistischen Problemen bislang unbeeindruckt. Am Montag schloss das Papier bei 52,91 Euro, ein Plus von 1,0 Prozent gegenüber dem Vortag.
Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Zuwachs von 3,8 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn summiert sich das Plus auf 19 Prozent. Zum 52-Wochen-Hoch von 55,05 Euro, erreicht am 14. April, fehlen der Aktie noch 3,9 Prozent.
Die Nähe zum Jahreshoch spricht dafür, dass Anleger die Rhein-Problematik derzeit als temporäres, beherrschbares Risiko einstufen und stattdessen die verbesserte Branchenstimmung sowie die angehobene Gewinnprognose stärker gewichten. Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob sich die Wasserstände normalisieren oder ob BASF erneut Lieferengpässe einräumen muss.
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