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BASF Aktie: Skepsis trotz Harbour-Erlös

BASF senkt den Harbour-Anteil auf 16,4 Prozent und erhält 412 Millionen Euro. JPMorgan sieht den Konzern im globalen Wettbewerb unter Druck.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • BASF verkauft 133 Millionen Harbour-Aktien
  • Beteiligung sinkt auf 16,4 Prozent
  • Harbour kauft 53 Millionen Aktien zurück
  • JPMorgan bestätigt Einstufung Underweight

Zwei Nachrichten, ein Muster: BASF trennt sich weiter von seinem Öl-Investment, während eine US-Bank dem Konzern strukturelle Nachteile im Kerngeschäft attestiert. Für Anleger ergibt sich daraus ein zwiespältiges Bild zwischen Kapitalfreisetzung und Wettbewerbssorgen.

Weiterer Rückzug aus Harbour Energy

BASF hat seinen Anteil am britischen Ölförderer Harbour Energy erneut reduziert. Rund 133 Millionen Aktien wechselten den Besitzer, umgerechnet für etwa 412 Millionen Euro. Ein Teil davon, 53 Millionen Aktien, kaufte Harbour Energy selbst im Rahmen einer Rückkauftransaktion zurück, der Rest ging an institutionelle Investoren.

Die Papiere wurden zu je 266 Pence platziert – ein Abschlag zum vorangegangenen Schlusskurs. Damit sinkt BASFs Stimmrechtsanteil an Harbour von zuvor rund 24,3 Prozent auf 16,4 Prozent. Der Konzern bleibt aber weiterhin größter Einzelaktionär des Unternehmens.

Die Beteiligung stammt aus der Übernahme der Upstream-Sparte von Wintershall Dea im Jahr 2024, als BASF einen Anteil von 46,5 Prozent erhielt. Seither baut der Chemiekonzern die Position schrittweise ab und schafft sich damit finanziellen Spielraum abseits des margenschwachen Chemiegeschäfts.

JPMorgan bleibt skeptisch

Parallel zum Harbour-Verkauf äußerte sich JPMorgan zur strukturellen Wettbewerbsposition von BASF. Die Bank beließ die Einstufung auf „Underweight“ und verwies auf protektionistischere Signale der europäischen Politik zugunsten der heimischen Chemiebranche. Aus Sicht von Analyst Chetan Udeshi profitieren davon vor allem lokaler aufgestellte Wettbewerber wie Lanxess, die einen kleineren Fußabdruck in China haben.

Global agierende Konzerne wie BASF sieht die Bank dagegen im Nachteil. Hohe Produktion und starker Absatz in China und im Rest der Welt könnten bei erschwertem Zugang zum europäischen Markt zu Überkapazitäten und Preisdruck in anderen Regionen führen. Konkrete Kursziele nannte die Analyse nicht.

Der Harbour-Verkauf bringt BASF frisches Kapital, löst aber die grundsätzliche Frage nach der Wettbewerbsfähigkeit des Kerngeschäfts nicht. Wie der Konzern auf den von JPMorgan skizzierten strukturellen Druck reagiert, dürfte sich in den kommenden Quartalszahlen aus dem Chemiegeschäft ablesen lassen.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.