BASF hat am Verbundstandort Ludwigshafen die vollständig modernisierte Anlage für Säurechloride und Chloroformiate offiziell in Betrieb genommen. Die Investition betrifft ein zentrales Element der dortigen Wertschöpfungsketten und unterstreicht, dass der Konzern trotz laufender Portfolioumbauten weiter in seinen größten Produktionsstandort investiert.
Verbundstandort bleibt Investitionsschwerpunkt
Säurechloride und Chloroformiate dienen als Vorprodukte für zahlreiche nachgelagerte Spezialchemikalien, die BASF am Standort weiterverarbeitet. Die Modernisierung der Anlage reiht sich ein in eine Serie von Standortmeldungen, mit denen BASF in den vergangenen Wochen die Kontinuität seines Kerngeschäfts betont hat – parallel zu den größeren strukturellen Themen wie dem abgeschlossenen Coatings-Verkauf und der zuletzt angehobenen Ergebnisprognose. Für Anleger ist die Botschaft klar: Ludwigshafen bleibt trotz Portfolioabgaben das industrielle Rückgrat des Konzerns.
Am Aktienmarkt zeigte sich das Papier von der Standortmeldung wenig bewegt. Im vorbörslichen Geschäft notierte die BASF-Aktie bei 53,49 Euro und damit rund 0,2 Prozent über dem gestrigen Schlusskurs. Die Marktkapitalisierung des Konzerns liegt bei knapp 46 Milliarden Euro.
Rückkaufprogramm läuft weiter im Hintergrund
Neben der Standorteröffnung setzt BASF sein Aktienrückkaufprogramm unvermindert fort. Im Zeitraum vom 24. bis zum 28. August erwarb der Konzern 591.251 eigene Aktien, seit Programmstart Anfang August summiert sich der Bestand damit auf gut 2,39 Millionen zurückgekaufte Papiere.
Das Programm selbst wurde bereits vor gut einer Woche beschlossen und ist damit kein neuer Aufhänger, doch die regelmäßige Umsetzung signalisiert, dass der Konzern an seiner Kapitalrückführung festhält, während gleichzeitig operativ investiert wird.
Analysten uneins über weiteres Potenzial
Am Donnerstag meldeten sich zwei Analysehäuser mit gegensätzlichen Einschätzungen zu Wort. Citigroup hob das Kursziel für BASF von 58 auf 60 Euro an und bestätigte die Einstufung „Buy“. Mwb research schlug den entgegengesetzten Weg ein und stufte die Aktie von „Buy“ auf „Hold“ zurück, beließ das Kursziel dabei unverändert bei 55 Euro.
Die divergierenden Einschätzungen fallen zeitlich mit der operativen Meldung aus Ludwigshafen zusammen, fußen inhaltlich aber offenbar auf unterschiedlichen Bewertungen der jüngsten Kursrally.
Diese Rally lässt sich an den Handelsdaten ablesen: Seit Jahresbeginn steht die Aktie mit 20 Prozent im Plus. Der deutliche Lauf erklärt, weshalb ein Teil der Analysten inzwischen vorsichtiger wird, während andere weiteres Aufwärtspotenzial sehen.
Operativ bleibt der Blick auf das dritte Quartal gerichtet: BASF hat den 28. Oktober als Termin für die Q3-Berichterstattung genannt. Bis dahin dürften weitere Standort- und Portfolionachrichten das Bild prägen, ohne dass sich an der grundsätzlichen strategischen Ausrichtung – Fokus auf den Verbundstandort bei gleichzeitiger Kapitalrückführung an die Aktionäre – etwas ändert.
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