BASF hat am Verbundstandort Ludwigshafen eine grundlegend modernisierte Anlage für Säurechloride und Chloroformiate offiziell in Betrieb genommen. Die Ankündigung erfolgte am Mittwoch und markiert eine wichtige Kapazitätserweiterung im Intermediates-Geschäft des Konzerns.
Parallel dazu zieht BASF im September die Preisschraube bei mehreren Chemieprodukten an – ein Signal, dass der Konzern trotz volatiler Nachfrage auf eine bessere Marge im Kerngeschäft setzt.
Neue Anlage stärkt Intermediates-Geschäft
Die ACCF-Anlage produziert Säurechloride und Chloroformiate, Vorprodukte, die unter anderem in der Pharma- und Agrarchemie sowie in Spezialanwendungen zum Einsatz kommen. Mit der Modernisierung am Stammsitz Ludwigshafen unterstreicht BASF, dass der Verbundstandort trotz der Umbauten der vergangenen Jahre weiterhin Kern der Produktionsstrategie bleibt.
Für Anleger ist die Meldung vor allem ein Hinweis darauf, dass der Konzern gezielt in margenstärkere Nischensegmente investiert, statt sich allein auf Basischemikalien zu verlassen.
Preiserhöhungen als Signal für Auftrieb
Bereits ab dem 1. September wurden nach Medienberichten Preisaufschläge für Caprolactam, Polyamid 6 und Polyamid-6/66-Copolymere in Nordamerika sowie für Neopentylglykol in Europa und Nordamerika wirksam.
Bereits Ende August waren nach Medienberichten weitere Preiserhöhungen für Produkte wie Nylon-6 und NPG angekündigt worden. Solche Preisschritte deuten auf eine gewisse Preissetzungsmacht in einzelnen Produktlinien hin – ein Kontrast zu den Preisrückgängen, die die Branche in den vergangenen Quartalen häufig prägten.
Zusätzlich würdigte die Fachwelt BASF vergangene Woche mit dem Ringier Technology Innovation Award für das Tensid Plantapon Amino ASP in der Kategorie Functional Chemicals – Surfactants. Auch das passt ins Bild eines Konzerns, der neben Volumengeschäft zunehmend auf innovationsgetriebene Spezialprodukte setzt.
Rechtsstreit mit Apple bleibt im Hintergrund
Am Rande der operativen Nachrichten reichte BASF in den USA eine Patentklage gegen Apple ein. Die Konzerntochter trinamiX wirft dem iPhone-Hersteller vor, mit der Gesichtserkennung Face ID Patente zu verletzen. Für das laufende Geschäft dürfte der Rechtsstreit kurzfristig kaum Gewicht haben, er zeigt aber, dass BASF auch abseits klassischer Chemieproduktion auf geistiges Eigentum aus der Sensorik-Sparte pocht.
Kursverlauf spiegelt operative Stabilisierung
Die Aktie schloss am Freitag bei 53,33 Euro, ein minimales Minus von 0,2 Prozent zum Vortag. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 1,8 Prozent zu Buche, über 30 Tage sogar von 5,3 Prozent. Damit notiert das Papier rund 6,7 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt und nur 3,1 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 55,05 Euro.
Die Kombination aus operativen Fortschritten in Ludwigshafen, gezielten Preiserhöhungen und der Auszeichnung für Innovationskraft liefert damit einen fundamentalen Unterbau für die Kursstärke der vergangenen Wochen.
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