Bis zu 30 Prozent Aufschlag für europäische Kunden im Bereich Home Care und industrielle Reinigung — BASF hat Mitte März gehandelt, bevor die Quartalszahlen sprechen. Die Doppelbewegung aus aggressiver Preiserhöhung und Portfoliobereinigung zeigt, wie ernst der Konzern die Margenverteidigung nimmt.
Rohstoffkosten zwingen zur Offensive
Am 18. März 2026 hob BASF die Preise für sein gesamtes Care-Chemicals-Portfolio in Europa mit sofortiger Wirkung um bis zu 30 Prozent an — bei einzelnen Produkten sogar darüber hinaus. Ameisensäure verteuert sich um 250 Euro pro Tonne, Neopentylglykol um 350 Euro pro Tonne. Bereits Anfang März hatte der Konzern das Stabilisatoren-Portfolio weltweit um bis zu 20 Prozent erhöht.
Als Treiber nennt BASF volatile Rohstoffpreise bei Ammoniak und Schwefel — verschärft durch geopolitische Spannungen rund um die Straße von Hormus — sowie steigende Logistik-, Verpackungs- und Energiekosten. Die Botschaft ist klar: Den Kostendruck trägt künftig nicht allein der Konzern.
Parallel verkaufte BASF Corporation das Aseptrol-Chlordioxid-Portfolio an Oxidium Technologies LLC. Die Transaktion folgt dicht auf die Abgabe des Geschäfts mit optischen Aufhellern an Catexel Ende Februar. Beide Schritte folgen derselben Logik: Ressourcen auf profitablere Segmente konzentrieren, Randsparten abgeben.
Analysten mit gegensätzlichen Kursziel-Signalen
Intern macht das Sparprogramm Fortschritte: Die jährliche Einsparrate lag Ende 2025 bei rund 1,7 Milliarden Euro — 100 Millionen über dem ursprünglichen Ziel. Bis Ende 2026 soll der Wert auf 2,3 Milliarden Euro steigen.
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Das Gesamtbild bleibt dennoch belastet. Die EBITDA-Prognose für 2026 von 6,2 bis 7,0 Milliarden Euro verfehlt mit ihrer Obergrenze den Analystenkonsens von 7,02 Milliarden Euro knapp. Hinzu kommt ein schwacher US-Dollar, dessen Effekt BASF allein für das erste Quartal auf rund 200 Millionen Euro beziffert.
Unter Analysten herrscht ausgeprägte Uneinigkeit. J.P.-Morgan-Analyst Chetan Udeshi hält an seinem Underweight-Rating mit Kursziel 36 Euro fest — dem niedrigsten unter den berichtenden Brokern — und sieht den Kurs von den Fundamentaldaten entkoppelt. Goldman-Sachs-Analystin Georgina Fraser kommt zum gegenteiligen Schluss: Buy-Rating, Kursziel 62 Euro, mit Verweis auf strukturelle Kostenhebel und langfristiges Erholungspotenzial. Zwischen diesen beiden Polen, knapp 26 Euro auseinander, bewegt sich die Aktie derzeit bei rund 45 Euro — rund zehn Prozent unter dem Niveau vor einem Jahr.
30. April als erster Belastungstest
Am 30. April 2026 legt BASF die Zahlen für das erste Quartal vor und hält zeitgleich die Hauptversammlung ab. Dann wird erstmals sichtbar, ob die Kunden die massiven Preisaufschläge im aktuellen Umfeld tatsächlich mitgetragen haben — oder ob die Volumina darunter gelitten haben. Für die Bewertungsfrage zwischen 36 und 62 Euro dürfte dieser Tag richtungsweisend sein.
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