BASF kommt beim Verkauf seiner Lackesparte voran. Die EU-Kommission hat grünes Licht für die Transaktion mit Carlyle gegeben, verlangt aber einen klaren Eingriff in das Portfolio des Finanzinvestors. Für den Chemiekonzern ist das ein wichtiger Schritt, weil der Deal Kapital freisetzen und die Konzernstruktur schlanker machen soll.
Die Börse reagiert bislang nüchtern. Die BASF-Aktie notierte am Mittwoch bei 50,58 Euro und lag damit 0,75 Prozent im Minus.
EU genehmigt Verkauf nur unter Bedingung
Der Kern der Auflage liegt nicht direkt bei BASF, sondern bei Carlyle. Der US-Finanzinvestor muss vor Abschluss der Transaktion das weltweite Polysulfid-Geschäft von Nouryon verkaufen. Nouryon gehört bereits zum Carlyle-Portfolio.
Die EU-Wettbewerbshüter wollen damit verhindern, dass sich die Marktstruktur bei Spezialmaterialien für Dichtstoffe in der Luft- und Raumfahrt verengt. Nouryon zählt zu den zwei globalen Anbietern von Polysulfiden, die in diesem Bereich eine zentrale Rolle spielen. Die Kommission sah das Risiko, dass Wettbewerber nach der Übernahme schlechteren Zugang zu diesen Materialien bekommen könnten.
Für BASF bleibt der Deal trotzdem auf Kurs. Der Verkauf eines Mehrheitsanteils am Coatings-Geschäft bewertet die Sparte mit rund 7,7 Milliarden Euro einschließlich Schulden. BASF will 40 Prozent an dem neu gegründeten Unternehmen behalten.
Damit trennt sich der Konzern nicht vollständig von dem Geschäft. Er reduziert aber die direkte Kapitalbindung und beteiligt sich weiter an einer möglichen Wertsteigerung. Genau diese Balance dürfte für das Management wichtig sein: weniger Komplexität, ohne den Bereich ganz aus der Hand zu geben.
Rückkauf stützt die Kapitalstory
Parallel dazu läuft das Aktienrückkaufprogramm weiter. In der letzten Maiwoche kaufte BASF 950.000 eigene Aktien über die Börse zurück. Das zeigt, dass der Konzern seine angekündigte Kapitalrückführung trotz schwachem Chemieumfeld fortsetzt.
Seit dem Start im November 2025 summieren sich die Rückkäufe auf 27.835.549 eigene Anteile. Die Aktien sollen eingezogen werden.
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Das Programm hat ein Volumen von bis zu 1,5 Milliarden Euro und soll bis Ende Juni 2026 abgeschlossen werden. Bei stabilen Gewinnen erhöht ein Einzug eigener Aktien rechnerisch den Gewinn je Aktie. Das ist kein Ersatz für operatives Wachstum, aber ein spürbarer Hebel für die Kennzahlen.
Der Kursverlauf bleibt dabei gemischt. Auf Sicht von 30 Tagen liegt die Aktie 4,00 Prozent im Minus, seit Jahresanfang steht jedoch ein Plus von 13,05 Prozent.
Ludwigshafen und China bleiben Schlüsselthemen
Neben Portfolioverkauf und Rückkauf arbeitet BASF weiter an der Dekarbonisierung des Standorts Ludwigshafen. Am Steamcracker II wird ein neues Wärmepumpensystem installiert, das Abwärme nutzbar machen soll. Ein 95 Tonnen schwerer Plattenfallfilmverdampfer traf bereits am 8. April 2026 ein.
Die Anlage entsteht mit Piller Blowers & Compressors und GIG Karasek. Ziel ist CO2-freier Dampf für die Produktion. Für BASF geht es dabei nicht nur um Klimaziele, sondern auch um Energieeffizienz an einem Standort, der stark von hohen Energiekosten betroffen ist.
Operativ bleibt die Lage anspruchsvoll. Für 2026 erwartet BASF weiter ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 6,2 und 7,0 Milliarden Euro.
Beim freien Cashflow liegt die Zielspanne bei 1,5 bis 2,3 Milliarden Euro. Der Verband der Chemischen Industrie rechnet derweil mit rückläufiger Chemieproduktion, belastet durch Energiekosten, Bürokratie und globale Turbulenzen.
Der nächste konkrete Termin folgt schnell: Am 8. Juni 2026 will BASF in einem virtuellen Deep Dive Details zum neuen Verbundstandort Zhanjiang in China liefern. Nach der EU-Freigabe für den Coatings-Deal rückt damit wieder die Frage in den Vordergrund, wie stark die großen Investitionen künftig zum Ergebnis beitragen können.
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