Der weltgrößte Chemiekonzern hat einen historischen Meilenstein erreicht: Das zehn Milliarden Euro teure Megaprojekt im südchinesischen Zhanjiang geht in die Betriebsphase. Der Startschuss für den hochmodernen Verbundstandort fällt allerdings in eine denkbar ungünstige Zeit. Eine globale Nachfrageschwäche und harte Währungseffekte belasten die Bilanzen der Ludwigshafener aktuell schwerer als erwartet.
Weltpremiere in einem schwierigen Umfeld
Mit der Inbetriebnahme des Steamcrackers läuft das Herzstück der neuen Anlage in Südchina planmäßig an. Technologisch setzt BASF dabei Maßstäbe, da die Hauptkompressoren vollständig mit grünem Strom betrieben werden. Die wirtschaftliche Realität auf dem Weltmarkt dämpft die Feierstimmung erheblich. Das operative Ergebnis (EBITDA vor Sondereinflüssen) sank 2025 in einem volatilen Marktumfeld auf 6,6 Milliarden Euro.
Auch für 2026 rechnet das Management aufgrund veränderter globaler Handelsbedingungen und US-Zöllen mit einem verhaltenen Ergebnis zwischen 6,2 und 7,0 Milliarden Euro. Allein negative Währungseffekte könnten den Gewinn im ersten Quartal um bis zu 200 Millionen Euro schmälern. Gleichzeitig führt der Hochlauf in Asien zu einem Anstieg der konzernweiten CO₂-Emissionen auf voraussichtlich bis zu 18,2 Millionen Tonnen im laufenden Jahr, was weitere Investitionen in die Energieeffizienz erfordert.
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Sparkurs und Aktienrückkäufe als Anker
Um dem Preis- und Margendruck entgegenzuwirken, drückt der Konzern massiv auf die Kostenbremse. Die Restrukturierung läuft spürbar schneller ab als ursprünglich kalkuliert. Bis Ende 2025 realisierte das Unternehmen bereits Einsparungen von 1,7 Milliarden Euro jährlich. Das Ziel für Ende 2026 hob der Vorstand nun auf 2,3 Milliarden Euro an. Parallel dazu schrumpfte die Zahl der Führungskräfte um elf Prozent, während abseits des neuen China-Standorts rund 4.800 Stellen abgebaut wurden.
Diese strikte Ausgabendisziplin in Kombination mit einem groß angelegten Kapitalrückführungsprogramm stützt den Kurs. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier ein Plus von knapp 9 Prozent und ging gestern bei 48,74 Euro aus dem Handel. Bis 2028 sollen insgesamt mindestens 12 Milliarden Euro über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Anteilseigner fließen.
Am 30. April 2026 präsentiert der Chemie-Riese die Zahlen für das erste Quartal. Dieser Termin liefert die nächsten konkreten Daten zur operativen Entwicklung unter den neuen Rahmenbedingungen. Ein robuster Cashflow wird zwingend erforderlich sein, um die ehrgeizigen Ausschüttungspläne von jährlich rund zwei Milliarden Euro an Dividenden parallel zu den laufenden Milliardeninvestitionen in Asien zu finanzieren.
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