Ein starkes Quartal, eine erneut angehobene Prognose, und trotzdem rutscht die Aktie ins Minus. Bei BASF liegt das an einem Schlussquartal, das Analysten schwächer einschätzen als den Rest des Jahres. Dazu schwebt die mögliche Evonik-Übernahme über dem Handel.
Starkes drittes Quartal
Das operative Ergebnis erreichte im dritten Quartal 1,64 Milliarden Euro und übertraf die Erwartungen deutlich. Ein Jahr zuvor waren es 1,43 Milliarden Euro. Das Kerngeschäft legte kräftig zu und glich damit Rückgänge bei Surface Technologies und in der Landwirtschaft mehr als aus.
Der Umsatz stieg um 14,2 Prozent auf 16,36 Milliarden Euro, getragen von höheren Preisen und Mengen. Die stärksten Beiträge lieferten die Segmente Chemicals sowie Nutrition & Care. Profitieren dürfte BASF auch davon, dass der Iran-Krieg die asiatische Konkurrenz trifft, die stark von Öl- und Gaslieferungen aus der Golfregion abhängt. Kunden wichen nach Europa aus, BASF konnte teilweise die Preise anheben.
Unter dem Strich sank der Gewinn nach Anteilen der Aktionäre um knapp zehn Prozent auf 155 Millionen Euro. Restrukturierungskosten, etwa für Abfindungen, belasteten.
Prognose mit Beigeschmack
Für 2026 peilt der Konzern nun ein bereinigtes Ebitda von 7,4 bis 7,8 Milliarden Euro an. Zuvor lag die Spanne bei 6,9 bis 7,7 Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt 7,6 Milliarden Euro erwartet, die neue Spanne bestätigt das also eher, als dass sie überrascht.
Genau hier setzt die Skepsis an. Jefferies-Analyst Marcus Dunford-Castro und JPMorgan-Experte Chetan Udeshi lesen aus dem Ausblick ein viertes Quartal heraus, das unter den Markterwartungen liegt. Bernstein-Analyst James Hooper spricht von einem enttäuschenden Schlussquartal trotz der Erhöhung.
Die Aktie gab gegen Mittag um 0,7 Prozent nach und notierte zeitweise bei 51,61 Euro. Damit bewegt sie sich im Bereich der 21- und 50-Tage-Linie. Seit Mitte Oktober steht das Papier nach einem guten Lauf zuvor leicht unter Druck.
Evonik bleibt Option
Mehr Aufmerksamkeit als die Zahlen zog zeitweise die Telefonkonferenz auf sich. Konzernchef Markus Kamieth nannte Evonik weiterhin das bevorzugte Übernahmeziel und den Zeitpunkt passend, weil die Konsolidierung der europäischen Chemiebranche bereits laufe. Einen Kauf um jeden Preis schloss er aus. Ein Deal müsse wertsteigernd sein, zwingend sei er nicht.
Nach Informationen aus Unternehmenskreisen bietet BASF inzwischen etwa 24 Euro je Aktie, was Evonik mit gut elf Milliarden Euro bewerten würde. Zunächst hatten 22,15 Euro im Raum gestanden. Die erste Offerte wies der Evonik-Vorstand zurück.
Entscheidendes Gewicht hat die RAG-Stiftung mit rund 43 Prozent der Evonik-Aktien. Ohne ihre Zustimmung dürfte kein Zusammenschluss zustande kommen. Kamieths Botschaft an die Aktionäre ist damit klar: Zahlt BASF zu viel, bleibt es beim Zuschauen.
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