BASF konkretisiert die Konzentration auf seine Kerngeschäfte: Die heute bekannt gewordene Vereinbarung mit ALTA Performance Materials sieht den Verkauf des Palatal-Geschäfts in Chile vor. Für Anleger zählt dabei die Umsetzung. Der vereinbarte Verkauf steht unter dem Vorbehalt üblicher Bedingungen und behördlicher Genehmigungen; bis zum Abschluss bleibt das Geschäft bei BASF.
Palatal soll Teil von ALTA werden
Das Palatal-Geschäft produziert am Standort Concón Vinylester- und ungesättigte Polyesterharze. Zu den Abnehmerbranchen gehören Bau, Bergbau, Aquakultur, Transport und Industrie. BASF begründet die Veräußerung mit der Ausrichtung auf seine Kerngeschäfte.
Für ALTA wäre Concón nach dem Abschluss die zweite Produktionsstätte in Lateinamerika. Der Käufer erweitert damit seine regionale Produktionsbasis, sofern die Transaktion vollzogen wird. Bis dahin arbeiten beide Unternehmen unabhängig voneinander.
Aus BASF-Sicht steht damit zunächst eine konkrete Veränderung des Geschäftsportfolios im Vordergrund. Ein Kaufpreis und ein Abschlusstermin wurden nicht genannt. Die finanzielle Bedeutung für den Konzern lässt sich deshalb erst beurteilen, wenn entsprechende Konditionen veröffentlicht werden.
Operative Erholung bleibt der Maßstab
Der Verkauf fällt in eine Phase verbesserter Geschäftszahlen. Im dritten Quartal 2026 erzielte BASF einen Umsatz von 16,4 Milliarden Euro. Das entsprach einem Anstieg um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
Die Verbesserung beruhte vor allem auf höheren Preisen. Auch die Absatzmengen legten zu, unterstützt durch den Hochlauf des Standorts Zhanjiang in China. Die Kostenprogramme wirken ebenfalls. Analysten sehen Anzeichen einer wirtschaftlichen Bodenbildung, verbinden diese Einschätzung aber mit Vorbehalten wegen der schwachen China-Nachfrage und möglicherweise zu optimistischer Erwartungen an das Schlussquartal.
Vor gut einer Woche hob BASF seine Ergebnisprognose erneut an. Für 2026 erwartet der Konzern ein EBITDA vor Sondereinflüssen von mindestens 7,4 Milliarden Euro statt zuvor mindestens 6,9 Milliarden Euro.
Weitere Neuordnung mit offenen Bedingungen
Parallel bereitet BASF einen möglichen Börsengang von Agricultural Solutions in Frankfurt vor. Die Sparte soll bis Mitte 2027 dafür bereit sein. Der geplante Schritt betrifft einen Bereich, der zuletzt mit Umsatzrückgang und Verlust belastete.
Beim ebenfalls verfolgten Evonik-Kauf bleiben die Hürden hoch: Vor gut einer Woche lehnte Evonik das Übernahmeangebot ab. Der Palatal-Verkauf setzt dagegen bei einem bereits vereinbarten Eigentümerwechsel an. Er unterstützt BASFs Konzentration auf Kerngeschäfte, sofern die Abschlussbedingungen erfüllt werden. Für die Ergebnisentwicklung bleibt zugleich entscheidend, ob Preise, Absatz und Einsparungen die operative Erholung weiter tragen.
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