Umbau, Großinvestition, Preiserhöhungen — und trotzdem streiten Analysten, ob BASF ein Kauf oder ein Risiko ist. Die Spanne zwischen dem optimistischsten und dem pessimistischsten Kursziel beträgt gerade 23 Euro. Das sagt viel über die Unsicherheit aus, die den Chemiekonzern weiterhin begleitet.
Wärmepumpe und Strompreisdeckel als Kostenhebel
Am Stammwerk Ludwigshafen ist ein 95 Tonnen schwerer Verdampfer eingetroffen — Herzstück einer der weltweit stärksten Industriewärmepumpen. Ab Mitte 2027 soll die Anlage bis zu 500.000 Tonnen CO₂-freien Dampf pro Jahr erzeugen und die Emissionen in der Ameisensäure-Produktion um bis zu 98 Prozent senken.
Hinzu kommt ab 2026 der neue Industriestrompreis, der energieintensiven Unternehmen Strom für rund fünf Cent pro Kilowattstunde sichert und bis zu 50 Prozent des Verbrauchs abdeckt. Für BASF ist das ein erheblicher Kostenhebel — gerade weil gleichzeitig steigende Rohstoff-, Logistik- und Energiekosten das Unternehmen zu Preiserhöhungen von bis zu 30 Prozent bei Reinigungs- und Pflegeprodukten in Europa zwingen.
Analysten uneins über Erholungstempo
Goldman Sachs hält an einem Kursziel von 63 Euro und einem Buy-Rating fest. Analystin Georgina Fraser erwartet ein EBITDA im ersten Quartal rund 16 Prozent über ihrer früheren Schätzung — und liegt damit etwa 5 Prozent über dem Marktkonsens. Die Deutsche Bank zog nach und stufte BASF ebenfalls auf Buy hoch, mit einem Kursziel von 55 Euro.
Am anderen Ende steht Barclays: Underweight, Kursziel 40 Euro. Die Begründung — eine Free-Cash-Flow-Rendite von 1,4 Prozent und ein Net-Debt/EBITDA von 2,7x — macht deutlich, wie unterschiedlich Analysten die Bilanzrisiken gewichten. Kepler Cheuvreux stufte die Aktie auf Hold zurück und senkte das Ziel auf 54 Euro.
Die Aktie notiert bei rund 53 Euro und damit knapp unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn hat sie fast 20 Prozent zugelegt — die Erwartungen sind also bereits eingepreist.
Coatings-Verkauf, Rückkauf, Makrogegenwind
Der Verkauf der Coatings-Sparte an Carlyle soll im zweiten Quartal abgeschlossen werden. BASF behält eine 40-Prozent-Beteiligung; der Mittelzufluss stärkt das laufende Rückkaufprogramm mit einem Gesamtvolumen von bis zu 1,5 Milliarden Euro. Bis Mitte März hatte BASF bereits 17,5 Millionen Aktien für 789 Millionen Euro zurückgekauft.
Das makroökonomische Umfeld bleibt belastend. Höhere US-Zölle lenken globale Warenströme um und erhöhen den Wettbewerbsdruck in Regionen mit geringeren Importbarrieren. Der schwache US-Dollar könnte das operative Ergebnis allein im ersten Quartal um bis zu 200 Millionen Euro belasten.
Ende April werden Hauptversammlung und Q1-Zahlen zeitgleich veröffentlicht. BASF peilt für 2026 ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 6,2 und 7,0 Milliarden Euro an — ob das erste Quartal diese Spanne stützt oder unter Druck setzt, wird der entscheidende Datenpunkt für die gespaltene Analysten-Community sein.
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