BASF nimmt den geplanten Teilbörsengang seiner Agrarsparte konkreter in Angriff. Für das Geschäft mit Pflanzenschutzmitteln und Saatgut zeichnet sich eine Bewertung ab, die viele überraschen dürfte: Zwischen 20 und 30 Milliarden Euro soll die Sparte wert sein. Das wirft ein neues Licht darauf, wie sehr dieser Konzernteil den Gesamtwert von BASF bislang mitträgt.
Ein Sechstel des Umsatzes, die Hälfte des Werts
Die Zahlen dahinter sind bemerkenswert. Die Agrarsparte erwirtschaftet nur etwa ein Sechstel des BASF-Konzernumsatzes von knapp 60 Milliarden Euro. Trotzdem könnte sie am Ende mehr als die Hälfte der aktuellen Marktkapitalisierung des gesamten Unternehmens auf die Waage bringen.
Diese Diskrepanz erklärt sich aus der Marktstellung: BASF gilt im Bereich Saatgut und Pflanzenschutz als weltweit führend. Ein separat gehandelter, hochprofitabler Nischenspieler wird an der Börse in der Regel anders bewertet als ein Segment innerhalb eines breit diversifizierten Chemiekonzerns.
Nur ein Minderheitsanteil geplant
Komplett von der Hand geben will BASF das Geschäft nicht. Vorgesehen ist lediglich die Platzierung eines Minderheitsanteils an der Frankfurter Börse, dessen genaue Größenordnung noch offen ist. Der Konzern hat die Sparte bereits aus dem operativen Verbund herausgelöst — ein erster struktureller Schritt vor dem eigentlichen Börsengang.
Der Zeitplan bleibt bislang unbestimmt und hängt nach Unternehmensangaben von der Verfassung der Kapitalmärkte ab. Als wahrscheinlichster Zeitraum gilt aktuell das zweite Quartal 2027, ein Debüt bereits in der ersten Jahreshälfte 2027 ist aber grundsätzlich nicht ausgeschlossen. Bis zum Herbst dieses Jahres sollen die begleitenden Investmentbanken feststehen — BASF selbst bestätigte, bereits mehrere Finanzinstitute kontaktiert zu haben.
Für den Gesamtkonzern wäre ein Teil-IPO in dieser Größenordnung ein strategischer Befreiungszug von erheblicher Tragweite: Es würde nicht nur Kapital freisetzen, sondern auch den tatsächlichen Wert der Agrarsparte erstmals sichtbar am Markt spiegeln — losgelöst von der Bewertung des restlichen Chemiegeschäfts. Bis zur endgültigen Auswahl der Banken im Herbst dürfte sich zeigen, wie ernst es BASF mit dem ambitionierten Zeitplan meint.
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