BASF kommt bei der Vorbereitung des geplanten Börsengangs seiner Agrarchemiesparte spürbar voran. Wie das Unternehmen am Dienstag vergangener Woche mitteilte, ist die rechtliche und operative Ausgliederung von Agricultural Solutions in Nord- und Südamerika sowie in Europa bereits größtenteils abgeschlossen. Für die Region Asien plant der Konzern den Abschluss bis Ende 2026.
Vorstandsmitglied Livio Tedeschi bestätigte den Fortschritt und stellte klar, dass das laufende Stellenabbauprogramm die Agrarsparte nicht betrifft. Tedeschi, der die Sparte bereits seit 2022 leitet und seit Mai zusätzlich ein eigenes Vorstandsressort dafür verantwortet, formulierte die nächsten Schritte deutlich: Im kommenden Jahr wolle sich BASF voll auf einen möglichen Börsengang konzentrieren. Die Voraussetzungen dafür sollen bis Mitte 2027 geschaffen sein.
Investitionen flankieren den Umbau
Parallel zur Ausgliederung investiert BASF weiter in die Substanz der Sparte. Am Agrarzentrum Limburgerhof entsteht ein neues Climate Center, für das der Konzern einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag bereitstellt. Ziel ist es, die Forschungs- und Zulassungskompetenz zu stärken – ein Signal, dass die Sparte auch als eigenständiges Unternehmen wettbewerbsfähig aufgestellt sein soll, bevor sie an die Börse geht.
Der geplante Teilbörsengang reiht sich in eine Serie strategischer Weichenstellungen ein, mit denen BASF sein Portfolio in den vergangenen Monaten verschlankt hat. Ende Juni schloss der Konzern den Verkauf seines Coatings-Geschäfts an den Finanzinvestor Carlyle ab, bei einem Unternehmenswert von 7,7 Milliarden Euro flossen BASF Barerlöse von rund 5,8 Milliarden Euro vor Steuern zu.
BASF hält weiterhin einen 40-Prozent-Anteil an der ausgegliederten Einheit, die inzwischen unter dem Namen Surventis firmiert. Bereits im Mai hatte der Konzern zudem den Verkauf seines Silikategeschäfts am Standort Düsseldorf/Holthausen an PQ vereinbart, der Abschluss wird für das zweite Halbjahr erwartet.
Kapitalmarkt honoriert den Kurs
Die Anleger reagieren auf die Umbaupläne insgesamt positiv. Die Aktie notiert aktuell bei 52,16 Euro und liegt damit rund 17 Prozent im Plus seit Jahresbeginn. Vom 52-Wochen-Hoch bei 55,05 Euro, das Mitte April markiert wurde, trennen das Papier noch gut fünf Prozent – gegenüber dem Jahrestief von 41,55 Euro im Oktober liegt es dagegen bereits ein gutes Viertel höher.
Der geplante Börsengang der Agrarsparte gilt als eines der zentralen strategischen Projekte des Konzerns für die kommenden Jahre. Mit dem angekündigten Zeitplan – Vorbereitung bis Mitte 2027 – schafft BASF Klarheit über den Fahrplan, auch wenn eine endgültige Entscheidung über Zeitpunkt und Struktur des Börsengangs noch aussteht. Anleger dürften die weiteren Fortschritte bei der Ausgliederung in Asien als nächsten wichtigen Meilenstein im Blick behalten.
Auch abseits der Portfolioumbauten meldete BASF operative Fortschritte: In Mumbai eröffnete der Konzern ein neues Performance-Labor für Windeln und Superabsorber, mit dem die Forschungs- und Entwicklungskapazitäten in Asien ausgebaut werden sollen. Die nächste größere Standortbestimmung für Investoren liefert die Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen für das dritte Quartal 2026, die für den 28. Oktober angesetzt ist.
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