BASF balanciert derzeit zwischen zwei Extremen. Während der neue Standort im chinesischen Zhanjiang überraschend schnell schwarze Zahlen schreibt, schrumpft das Stammwerk in Ludwigshafen weiter. Der Markt reagiert am Mittwoch verhalten optimistisch auf diese zweigeteilte Strategie.
Profitabler Start in Fernost
Das Großprojekt in China liefert erste positive Impulse. Rund 100 Tage nach der offiziellen Eröffnung meldet BASF bereits zwei profitable Monate. Der Konzern investierte etwa 8,7 Milliarden Euro in diesen Standort. Finanzchef Dirk Elvermann betonte, dass der Aufbau exakt im Zeitplan blieb. Die Kosten unterschritten sogar das ursprüngliche Budget. Ein Steamcracker versorgt dort inzwischen über 30 Produktlinien mit chemischen Grundstoffen.
Stellenabbau im Stammwerk
Im starken Kontrast dazu steht die Lage in Deutschland. Hohe Energiekosten und eine schwache Nachfrage belasten den Standort Ludwigshafen massiv. Die Belegschaft schrumpfte dort zuletzt deutlich. Von ursprünglich über 33.000 Vollzeitstellen blieben bis Mitte 2026 nur noch rund 30.000 übrig. Das Management forciert nun einen kulturellen Wandel. Ziel ist eine effizientere Kostenstruktur, um das defizitäre Stammwerk wieder profitabel zu machen.
Kursziele sinken trotz Kaufempfehlung
Die Aktie stabilisierte sich zuletzt bei 47,80 Euro. Damit behauptet sich das Papier knapp über der wichtigen 200-Tage-Linie von 47,40 Euro. Goldman Sachs senkte das Kursziel dennoch von 63 auf 57 Euro. Die Investmentbank hält zwar an ihrer Kaufempfehlung fest, warnt aber vor einer schwächeren Dynamik. Vorgezogene Bestellungen im ersten Halbjahr könnten die Nachfrage in den kommenden Monaten dämpfen.
Der Erlös aus dem Verkauf der Coatings-Sparte in Höhe von 5,8 Milliarden Euro stärkt die Bilanz. Analysten werten diese Summe primär als notwendigen Puffer für den teuren Konzernumbau.
Die detaillierten Ergebnisse für das zweite Quartal folgen voraussichtlich Ende Juli. Hier muss BASF beweisen, ob das Wachstum in Asien die Lasten am deutschen Standort kompensieren kann. Der Konzern hält bislang an seinem Jahresziel für das EBITDA fest. Dieses soll zwischen 6,2 und 7,0 Milliarden Euro liegen. Vor allem die Entwicklung der Rohstoffpreise bleibt ein Unsicherheitsfaktor für die zweite Jahreshälfte.
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