BASF hat die Latte selbst höher gelegt. Erst hob der Chemiekonzern die Gewinnprognose an, dann folgte am Freitag ein leichter Kursrückgang. Jetzt müssen die Segmentzahlen zeigen, ob die operative Erholung wirklich trägt.
Die Segmente entscheiden
BASF hat für das zweite Quartal bereits ein vorläufiges EBITDA vor Sondereinflüssen von 2,4 Milliarden Euro gemeldet. Nun kommt es auf die Details an. Besonders die Sparten Chemicals und Materials stehen im Fokus, denn sie hängen stark an Rohstoffpreisen und der globalen Industrienachfrage.
Ein zweiter Prüfstein ist der Cashflow. Die vorläufigen Zahlen zeigten bereits einen Rückgang des Free Cashflows, weil BASF mehr Kapital binden musste. Analysten wollen nun wissen, wie sich die Lagerbestände entwickeln und wie hoch die Investitionen für den Rest des Jahres ausfallen. Das ist kein Nebenschauplatz: Für viele Privatanleger bleibt die Dividendensicherheit das zentrale Argument für ihr BASF-Investment.
Kerngeschäft statt Nebenbaustellen
BASF baut sein Portfolio weiter um. Im Juni hat der Konzern den Verkauf des Coatings-Geschäfts abgeschlossen. Zuletzt entschied das Management, Teile des Wohnungsportfolios vorerst zu behalten. Jetzt muss BASF zeigen, wie die „Winning Ways“-Strategie die Profitabilität in einem weiterhin schwierigen Marktumfeld stützen soll.
Der Verband der Chemischen Industrie zeichnet für 2026 ein gemischtes Bild. Es gibt punktuelle Lichtblicke im Geschäftsklima, aber hohe Energiekosten und geopolitische Unsicherheiten bleiben eine Belastung. Für BASF zählt vor allem, ob die neuen Verbundstandorte in Asien schon im zweiten Halbjahr die Margen verbessern.
Charttechnik bleibt neutral
Die Aktie schloss am Freitag bei 48,60 Euro, ein Minus von 0,42 Prozent. Der RSI von 51,0 signalisiert eine neutrale Marktverfassung – die Berichtswoche kann den Ausschlag in beide Richtungen geben.
Nach oben wartet der 50-Tage-Durchschnitt bei 49,17 Euro als nächste Hürde. Gelingt der Ausbruch, öffnet sich der Weg Richtung 52-Wochen-Hoch bei 55,05 Euro. Sollte das Management überzeugende Auftragsdaten aus Europa liefern, dürfte das die neue EBITDA-Zielspanne von 6,9 bis 7,7 Milliarden Euro für 2026 untermauern.
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