Goldpreis auf Rekordniveau — und trotzdem kämpft Barrick Mining mit schrumpfenden Margen. Steigende Betriebskosten, Projektverzögerungen und geopolitische Risiken setzen dem Konzern zu. Gleichzeitig bereitet das Unternehmen einen milliardenschweren Börsengang vor, der Wert freisetzen soll.
Der Kostendruck zieht an
Das Kernproblem ist bekannt, aber akuter denn je: Die sogenannten All-in Sustaining Costs (AISC) — also die vollständigen Kosten je geförderter Unze — liegen für 2026 bei geschätzten 1.760 bis 1.950 US-Dollar. Haupttreiber ist ein massiver Anstieg der Dieselpreise, befeuert durch die anhaltende Schließung der Straße von Hormuz und die damit verbundene Energievolatilität.
Das Ergebnis: Ein erheblicher Teil des Goldpreisanstiegs verpufft auf dem Weg zur Förderanlage. Die Branche reagiert mit einem Schwenk weg von Expansion hin zu strikter Kostendisziplin — Barrick eingeschlossen.
Nordamerika-IPO soll Wert freisetzen
Als Antwort auf internationale Risiken treibt Barrick einen strukturellen Schritt voran. Goldman Sachs wurde mandatiert, einen Börsengang der nordamerikanischen Aktivitäten zu begleiten. Das geplante Vehikel — intern „NewCo“ genannt — soll Tier-1-Assets in den USA und der Dominikanischen Republik bündeln und könnte mit mehr als 60 Milliarden US-Dollar bewertet werden. Beratend tätig ist auch Dealmaker Michael Klein.
Die Logik dahinter: Stabile nordamerikanische Vermögenswerte sollen von riskanteren Jurisdiktionen getrennt werden, um Investoren eine geopolitisch weniger exponierte Beteiligungsmöglichkeit zu bieten.
Loulo läuft, Reko Diq stockt
Operativ gibt es ein gemischtes Bild. Der Komplex Loulo-Gounkoto in Mali, dessen Kontrolle Barrick Ende 2025 zurückgewann, soll 2026 zwischen 260.000 und 290.000 Unzen beisteuern — ein wichtiger Baustein für den freien Cashflow in diesem Jahr.
Anders sieht es beim Kupfer-Gold-Projekt Reko Diq in Pakistan aus. Wegen gestiegener Sicherheitsrisiken in der Region hat Barrick die umfassende Projektprüfung bis Mitte 2027 verlängert. Die Verzögerung dürfte das bereits kommunizierte Kapitalbudget spürbar erhöhen — konkrete Zahlen stehen noch aus.
Die Aktie notiert derzeit rund 17 Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt, hat aber seit dem 52-Wochen-Hoch vom Januar knapp ein Fünftel ihres Wertes eingebüßt. Ob der geplante IPO das Vertrauen der Investoren zurückgewinnt, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell Barrick die Kostenspirale unter Kontrolle bekommt.
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