Heute gibt die Aktie der Bank of China im schwachen Gesamtmarkt um 2,7 % nach und notiert bei 0,6711 €. Verantwortlich für den Rücksetzer ist vor allem das allgemeine Branchenumfeld: Finanzwerte an der Börse in Hongkong gerieten spürbar unter Druck, belastet durch steigende Renditen für US-Staatsanleihen.
Wie Bloomberg berichtete, trugen zudem eine gewisse Ernüchterung über die jüngsten Konjunkturmaßnahmen der chinesischen Führung sowie die feiertagsbedingte Pause an den Börsen des Festlands zu der Zurückhaltung bei den Anlegern bei.
Unternehmensseitig setzte das Geldhaus parallel dazu politische Vorgaben aus Peking um. Wie das Institut am Mittwoch mitteilte, wird seit dem 1. Oktober eine staatliche Zinssubventionspolitik für berechtigte private Wohnungsbaudarlehen angewendet. Einzelheiten zu dieser Maßnahme zur Förderung von Immobilienkäufen durch Privatpersonen will das Institut über seine offiziellen Informationskanäle bekanntgeben.
Weichenstellungen im Finanzierungsgeschäft
Neben den Schritten im heimischen Kreditsektor baute die Bank of China im Vormonat ihre Aktivitäten im grenzüberschreitenden Kapitalmarktgeschäft aus. Am 18. September agierte das Institut als weltweiter Chefkoordinator und gemeinsamer Konsortialführer bei der Emission einer Kommunalanleihe der Provinz Hainan in Hongkong. Bei einem Emissionsvolumen von 5 Milliarden Renminbi erreichten die Spitzenaufträge im Orderbuch 43,7 Milliarden Renminbi.
Am selben Tag fungierte die Bank of China als exklusiver Devisenpartner für das Schifffahrtsunternehmen Dynacom. Dabei wickelte das Institut Devisengeschäfte zur Renminbi-Abrechnung für einen Bauauftrag über 12 Großtanker ab, die bei der China State Shipbuilding Corporation in Auftrag gegeben wurden.
Zeitgleich startete die Bank die Ausführung der ersten Clearing-Transaktionen für Währungen von Partnerländern der Neuen Seidenstraße über zentrale Gegenparteien, nachdem das Clearinghaus in Shanghai die zulässigen Währungspaare erweitert hatte.
Marktposition nach Kursanstieg
Trotz des heutigen Rückschlags weist die Aktie der Bank of China seit Jahresanfang ein Plus von 39 % auf. Der Titel behauptet damit den deutlichen Zuwachs des laufenden Börsenjahres, wenngleich das übergeordnete Marktumfeld an den asiatischen Handelsplätzen die Aufwärtsdynamik vorerst bremst. Wie sich die Umsetzung der staatlichen Kreditrichtlinien auf das Neugeschäft auswirkt, werden die kommenden Monate zeigen.
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