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Symbolbild, KI-generiert

Bank of America sortiert europäische Rüstungsaktien neu

Die Bank bevorzugt Elektronik- und Sensoranbieter, während Renk und Babcock niedrigere Analystenbewertungen erhalten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Renk verliert Kaufempfehlung der Bank
  • Babcock auf Neutral zurückgestuft
  • Hensoldt-Kursziel auf 94 Euro angehoben
  • Saab und Kongsberg ebenfalls bevorzugt

An den europäischen Aktienmärkten trennt sich im Rüstungssektor die Spreu vom Weizen. Nicht mehr jedes Rüstungsunternehmen profitiert gleichermaßen von steigenden Wehretats. Eine Sektorstudie der Bank of America sorgt am Donnerstag für spürbare Kursdifferenzen: Während Zulieferer für Panzer wie Renk unter Druck geraten, gewinnen Spezialisten für Verteidigungselektronik wie Hensoldt hinzu.

Im Zentrum der Neubewertung steht der Unterschied zwischen kurzfristiger Wiederauffüllung von Beständen und langfristig beständigen Rüstungsprogrammen. Analyst David Holmes strich die Kaufempfehlung für Renk und senkte den Daumen auch für den britischen Dienstleister Babcock auf „Neutral“. Bei Renk sei die Getriebeproduktion auf dem aktuellen Niveau kaum zu halten, was das langfristige Bewertungspotenzial trotz des soliden Servicegeschäfts begrenze.

Die Reaktion am Markt folgte prompt. Die Renk-Aktie verzeichnete den vierten Verlusttag in Folge und sank um 2,4 Prozent auf 36,87 Euro. Das Papier markierte damit ein neues Tief seit April 2025. Ähnlich erging es anderen Titeln aus dem Segment: Die tschechische CSG verlor in Amsterdam knapp vier Prozent, während Rheinmetall um 0,4 Prozent auf 953 Euro nachgab. Beide Unternehmen hängen nach Einschätzung der Analysten stark an zyklischeren Beschaffungszyklen.

Ganz anders fällt das Bild bei Anbietern von Aufklärungs- und Sensortechnologie aus. Für Hensoldt hob die Bank of America das Kursziel auf 94 Euro an, bekräftigte die Einstufung auf „Buy“ und setzte den Titel auf ihre europäische Auswahlliste für Nebenwerte. Die Aktie kletterte daraufhin um 1,3 Prozent auf 77,26 Euro.

Holmes sieht den Rüstungselektroniker in einer vorteilhaften Position für künftige staatliche Verteidigungsetats. Gefragt seien vor allem Fähigkeiten in der Luftverteidigung, Überwachung und Ortung sowie elektronische Kampfführung. Neben Hensoldt zählen die schwedische Saab, das norwegische Unternehmen Kongsberg, Dassault Aviation aus Frankreich und die türkische Aselsan zu den bevorzugten Adressen dieser Ausrichtung.

Für die Bewertung im Verteidigungssektor gewinnt die strategische Ausrichtung der Auftragsbücher an Gewicht. Investitionen in den Ersatz von US-Kapazitäten und der Ausbau europäischer Autonomie stützen gezielt Anbieter vernetzter Gefechtssysteme, während mechanische Komponentenhersteller mit Kapazitätsgrenzen und Zyklen der Nachbeschaffung ringen.

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Felix Baarz

Felix Baarz arbeitet seit 2016 als Wirtschaftsjournalist und gehört zur Redaktion der YES Investmedia GmbH.Unter seinem Namen erscheinen auf Kapitalmarktexperten seit August 2026 Beiträge zu Analystenstimmen, Quartalszahlen und Übernahmen sowie Marktberichte zu DAX und europäischen Märkten.Quellen dieses Ressorts: Analystenstudien und Researchmitteilungen der Häuser, Quartals- und Geschäftsberichte, Angebotsunterlagen und Pflichtmitteilungen bei Übernahmen, Kurs- und Handelsdaten der Börsenplätze sowie Meldungen der Nachrichtenagenturen.Einordnung: Analystenurteile und Kursziele erscheinen als Aussage der jeweiligen Häuser, nicht als Bewertung der Redaktion. Kurs- und Unternehmensangaben geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder.