Starke Aufträge, bessere Margen und eine massive Kursrallye. Bei Ballard Power Systems schien in den vergangenen Tagen alles zu passen. Am Freitag folgte ein harter Rücksetzer. Der Wasserstoff-Spezialist steht an einem Wendepunkt.
Neue Motoren überzeugen Großkunden
Das kanadische Unternehmen meldet gleich drei neue Lieferabkommen. In Nordamerika setzt New Flyer auf Ballard. In Europa integrieren Wrightbus und Solaris die neue Motorengeneration FCmove-SC in ihre Wasserstoffbusse. Die Serienproduktion für Wrightbus startet 2027. Parallel dazu verlängert Solaris den Servicevertrag bis 2029.
Das neue Aggregat spart Kosten. Es kommt mit 40 Prozent weniger Bauteilen aus. Ballard zielt auf 98 Prozent Verfügbarkeit ab. Damit wandelt sich der Konzern vom reinen Modulverkäufer zum Service-Dienstleister.
Margen im Plus, Analysten heben Ziele
Auch die Quartalszahlen stützen den Optimismus. Der Umsatz stieg auf 19,4 Millionen US-Dollar. Die Bruttomarge drehte aus dem Minus auf 14 Prozent. Unter dem Strich fiel der Verlust mit 0,04 Dollar je Aktie geringer aus als erwartet.
Analysten reagierten prompt. Lake Street Capital rät nun zum Kauf. National Bank Financial und TD Cowen hoben ihre Ziele auf 4,75 und 4,25 Dollar an.
BMO Capital bleibt indes skeptisch. Das Ziel der Bären liegt bei lediglich 2,10 Dollar.
Massive Volatilität nach der Rallye
An der Börse sorgten die Nachrichten für extreme Ausschläge. Die Aktie kletterte am Montag auf ein 52-Wochen-Hoch von 4,07 Euro. Seit Jahresbeginn steht damit ein Plus von rund 54 Prozent auf der Anzeigetafel.
Am Freitag nahmen Investoren massiv Gewinne mit. Der Kurs brach um rund zwölf Prozent auf 3,53 Euro ein. Auffällig ist der Optionsmarkt. Das Handelsvolumen bei Put-Optionen vervielfachte sich sprunghaft. Spekulanten positionieren sich für fallende Kurse.
Blick auf das zweite Halbjahr
Das Management dämpft kurzfristige Erwartungen. Der Großteil der Umsätze fällt erst in das zweite Halbjahr. Die geplante Giga-Fabrik in Texas liegt vorerst auf Eis. Ballard verschiebt die finale Investitionsentscheidung auf Ende 2026. Der Grund ist eine schwache Nachfrage bei schweren Lkw.
Ein Auftragsbestand von 113 Millionen Dollar bildet das Fundament für die kommenden Monate. Am 3. Juni stellt sich das Management auf der Hauptversammlung den Aktionären. Dort muss der Vorstand beweisen, dass die neuen Lieferverträge zügig in zählbare Umsätze fließen.
