Ballard Power Systems gerät weiter unter Druck. Am Dienstag verlor die Aktie des Wasserstoff-Spezialisten 6,0 Prozent und schloss bei 2,12 Euro. Die Talfahrt hat System: Innerhalb von 30 Tagen hat der Titel bereits 13 Prozent eingebüßt.
Analysten stutzen ihre Ziele
Susquehanna hat sein Kursziel für Ballard Power von 3,50 auf 3,00 Dollar gesenkt. Die Einstufung bleibt „Neutral“. Der Schritt spiegelt Skepsis gegenüber kurzfristigen Wachstumstreibern wider, obwohl der Analysten-Konsens weiterhin bei „Hold“ liegt.
Wall Street Zen ging noch weiter und stufte die Aktie in diesem Monat auf „Sell“ herab. Manche Analysten halten zwar an höheren Kurszielen fest. Der Durchschnittswert von 3,50 Dollar gerät aber zunehmend unter Beschuss, da der Markt an der Umsetzungsfähigkeit des Unternehmens zweifelt.
Short-Seller ziehen sich zurück – ohne Kaufwelle
Ende Juli ist das Short-Interest an Ballard Power um 35,7 Prozent auf rund 16,56 Millionen Aktien gefallen. Normalerweise wertet man einen Rückzug von Leerverkäufern als Signal für eine Bodenbildung. Der zeitgleiche Kursrutsch um 6 Prozent zeigt jedoch: Die frei gewordenen Positionen fanden keine neuen institutionellen Käufer.
Institutionelle Investoren halten aktuell rund 28 Prozent der Aktien. Sie beobachten genau, ob Ballard seinen Auftragsbestand in verlässliches Umsatzwachstum verwandeln kann. Genau das bleibt bislang die offene Flanke des Unternehmens.
Teure Finanzierung bremst den Wasserstoff-Sektor
Die Branche kämpft mit einem schwierigen makroökonomischen Umfeld. Geopolitische Spannungen, etwa zwischen den USA und Iran, stärken zwar grundsätzlich die Erzählung von Energieunabhängigkeit und sauberem Wasserstoff. Gleichzeitig treiben dieselben Faktoren die Inflation und damit die Finanzierungskosten nach oben.
Für kapitalintensive Clean-Energy-Projekte sind höhere Zinsen ein zentrales Hindernis. Bei Ballard Power hat das laut Marktbeobachtern bereits zu einer mehrjährigen Verzögerung von Infrastrukturprojekten in einzelnen Regionen geführt. Das bremst die Einführung von Brennstoffzellen im Schwerlastverkehr spürbar.
Charttechnik: Nahe der überverkauften Zone
Nach dem Kursrutsch vom Dienstag ist der RSI auf 35,1 gefallen. Die Aktie nähert sich damit einer überverkauften Zone, was gelegentlich auf eine kurzfristige Gegenbewegung hindeutet. Trotz des scharfen Rückgangs notiert der Titel aber weiterhin 62 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 5,62 Euro aus dem Juni.
Die Marktkapitalisierung liegt derzeit bei knapp 702 Millionen Euro. Ob die jüngste RSI-Schwäche tatsächlich eine Stabilisierung einleitet, hängt maßgeblich davon ab, ob Ballard in den kommenden Quartalen konkrete Fortschritte beim Auftragsbestand vorweisen kann.
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