Die operative Wende von Bajaj Mobility zeigt sich nicht nur in den Zahlen des zweiten Quartals, sondern auch in der Bilanzstruktur des Konzerns. Im Februar hatte die Konzerntochter KTM AG einen unbesicherten Kredit über 550 Millionen Euro abgeschlossen, um damit einen Restrukturierungskredit der Bajaj Auto International Holdings B.V. in Höhe von 473 Millionen Euro samt aufgelaufener Zinsen abzulösen. Diese Refinanzierung, im Mai bekannt geworden, bildet das finanzielle Fundament für den seither anhaltenden Kursanstieg der Aktie.
Der Schritt fällt in eine Phase, in der sich die operative Erholung des Unternehmens in beschleunigtem Tempo fortsetzt. Bereits im ersten Quartal 2026 hatte Bajaj Mobility ein EBITDA von 5,5 Millionen Euro ausgewiesen, nach einem Minus von 55,8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg im ersten Quartal um 70 Prozent auf 331,3 Millionen Euro, der Motorrad-Absatz kletterte um 125 Prozent auf 40.332 Einheiten.
Marge dreht ins Positive
Am 15. Juli bestätigten vorläufige Zahlen zum zweiten Quartal, dass sich dieser Trend fortsetzt. Die EBITDA-Marge lag bei rund 8,7 Prozent, nach minus 55,6 Prozent im Vorjahresquartal. Für das erste Halbjahr insgesamt ergibt sich eine Marge von rund 5,4 Prozent, verglichen mit minus 43,3 Prozent im Vorjahreszeitraum.
Der Umsatz des zweiten Quartals erreichte 370 Millionen Euro nach 231 Millionen Euro im Vorjahresquartal, das Motorradsegment kam im ersten Halbjahr auf 700 Millionen Euro nach 373 Millionen Euro.
Auch beim Absatz setzt sich das Wachstum fort: Im zweiten Quartal verkaufte Bajaj Mobility weltweit 48.672 Motorräder, ein Plus von 71 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und von 21 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2026. Für das gesamte erste Halbjahr summiert sich der Absatz auf 147.572 Einheiten, ein Zuwachs von 81 Prozent.
Die Kombination aus entschuldeter Bilanz und operativer Erholung erklärt, warum Investoren dem Titel zunehmend zutrauen, den Turnaround nachhaltig zu verankern. Ohne die Ablösung des teureren Restrukturierungskredits durch die günstigere Konzernfinanzierung wäre der Spielraum für Investitionen in die Wachstumsdynamik deutlich enger gewesen.
Insider bauen Position aus
Auch aus den eigenen Reihen kommen positive Signale: Anfang Juni erwarb ein exekutives Verwaltungsratsmitglied 5.000 Aktien zu einem Kurs von 17,40 Schweizer Franken, was einem Gesamtbetrag von rund 87.010 Franken entspricht. Der Kauf erfolgte deutlich unterhalb des aktuellen Kursniveaus und unterstreicht das Vertrauen der Führungsebene in die eingeschlagene Richtung.
An der Börse hat sich diese Gemengelage in einer der stärksten Kursbewegungen der jüngeren Handelsgeschichte des Titels niedergeschlagen. Am Freitag schloss die Aktie bei 38,00 Euro, ein Plus von 8,4 Prozent zum Vortag. Auf Sicht von 30 Tagen beträgt der Zuwachs 87 Prozent, seit Jahresbeginn liegt das Plus bei 153 Prozent.
Für die kommende Bewertung wird der 27. August entscheidend: Dann veröffentlicht Bajaj Mobility die Halbjahresfinanzzahlen, die zeigen müssen, ob sich Margenverbesserung und Kreditentlastung tatsächlich in nachhaltige Profitabilität übersetzen lassen.
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