AXT erlebt eine der volatilsten Phasen seiner jüngeren Börsengeschichte. Innerhalb einer einzigen Woche büßte das Papier über 20 Prozent seines Wertes ein. Dieser Einbruch überrascht, da die technologischen Weichen für den Halbleiter-Spezialisten eigentlich auf Wachstum stehen.
In China entsteht gerade ein neuer Standard für KI-Infrastruktur. Die Einführung der „Near-Packaged Optics“ (NPO) soll den Stromverbrauch in Rechenzentren drastisch senken. Für diesen Prozess sind spezielle Wafer-Substrate aus Indiumphosphid (InP) unverzichtbar.
AXT nimmt hier eine Schlüsselrolle ein. Das Unternehmen betreibt in China führende Produktionskapazitäten für dieses Material. Marktbeobachter bewerten die neue chinesische Industrie-Initiative daher als unmittelbaren Wachstumstreiber für den Konzern.
Die prall gefüllten Auftragsbücher stützen diese Einschätzung. Der aktuelle Backlog übersteigt die Marke von 100 Millionen US-Dollar. Parallel dazu meldete die Tochtergesellschaft Tongmei einen Liefervertrag mit Nanjing Casela im Wert von rund 25 Millionen Dollar.
Trotz dieser Erfolge reagiert der Markt nervös. Mit einem Plus von über 200 Prozent seit Jahresbeginn scheint ein Großteil der Euphorie bereits eingepreist zu sein. Aktuell notiert die Aktie bei 40,00 Euro — weit entfernt von ihrem 52-Wochen-Hoch im Mai.
Im Juni gab es zudem Verkäufe durch Insider. Sowohl CEO Morris Young als auch Direktor Jesse Chen stießen Anteile ab. Solche Signale aus der Führungsetage dämpfen die Stimmung der Anleger meist zusätzlich.
Klarheit über die operative Dynamik bringen die kommenden Wochen. AXT veröffentlicht im Juli den Finanzbericht für das zweite Quartal 2026. Anleger werden besonders darauf achten, ob die Umsätze mit InP-Substraten tatsächlich neue Rekordmarken erreichen.
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