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AXT Aktie: 13-Prozent-Rückgang auf 72,32 Euro

Indiumphosphid-Knappheit beflügelt AXT, doch Gewinnmitnahmen drücken den Aktienkurs trotz optimistischer Analystenstimmen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Engpass bei Indiumphosphid-Substraten
  • AXT Kurs fällt trotz starker Nachfrage
  • Zacks Research stuft auf Strong Buy hoch
  • Umsatzprognose für Q3 bei 66 Millionen

Berichte über massive Lieferengpässe bei kritischen Halbleitermaterialien haben zu Wochenbeginn für erhebliche Bewegung im Sektor gesorgt. Im Zentrum des Interesses steht dabei das Material Indiumphosphid (InP), das eine Schlüsselrolle in der optischen Vernetzung von Rechenzentren spielt.

Medienberichten zufolge, die sich auf einen Branchenbericht aus Taipeh stützen, herrscht derzeit ein gravierender Mangel sowohl an InP-Substraten als auch an entsprechenden Epitaxie-Wafern.

Diese Verknappung hat bereits zu Preissteigerungen geführt und rückt spezialisierte Anbieter wie AXT verstärkt in den Fokus der Anleger, da das Unternehmen als einer der Profiteure einer anhaltend hohen Nachfrage im Bereich der künstlichen Intelligenz und Dateninfrastruktur gilt.

Markt reagiert auf Engpassmeldungen

Trotz der positiven sektoralen Impulse zeigt sich das Papier am heutigen Dienstag volatil. Der Kurs der Aktie notiert aktuell bei 72,32 € und verzeichnet damit einen Rückgang von 13 Prozent gegenüber dem Vortag.

Dieser Rücksetzer folgt auf eine dynamische Aufwärtsbewegung am gestrigen Montag, als die Nachrichten über die Unterversorgung des Marktes für Momentum sorgten. Marktbeobachter führen die heutige Kursentwicklung primär auf Gewinnmitnahmen zurück, nachdem das Papier seit Jahresbeginn bereits um beeindruckende 463 Prozent zulegen konnte.

Bereits in der vergangenen Woche war eine erhöhte Volatilität zu beobachten, als Anleger vor den Quartalsberichten wichtiger Branchenpartner wie Lumentum und Coherent Risiken abbauten. Die Nachfragesituation bei AXT ist eng mit den Bedürfnissen dieser Partner im Bereich der optischen Substrate verknüpft.

Während es am 10. August zu einem deutlichen Kursrückgang nach einer vorangegangenen Rallye kam, stützen die fundamentalen Aussichten weiterhin das Interesse institutioneller Investoren, auch wenn einzelne Akteure wie Assenagon Asset Management S.A. ihre Position im zweiten Quartal um 32 Prozent reduzierten.

Strategische Weichenstellung und Analysten-Votum

Die Analysten von Zacks Research reagierten am Donnerstag auf die jüngsten Entwicklungen und hoben ihre Einstufung für AXT von „Hold“ auf „Strong Buy“ an. Diese optimistische Einschätzung folgt auf die Veröffentlichung der Ergebnisse für das zweite Quartal am 30. Juli, in dem das Unternehmen einen Rekordumsatz von 47,59 Millionen US-Dollar vermeldete. Das Management bezeichnete die aktuelle Phase als Wendepunkt für die Nachfrage nach optischen Verbindungen in Rechenzentren.

Ein wesentlicher Pfeiler für diese Einschätzung ist ein langfristiges Liefer- und Kapazitätsreservierungsabkommen, das AXT mit dem Partner Lumentum geschlossen hat.

Der Vertrag sichert die Versorgung mit Indiumphosphid-Wafer-Substraten bis zum Jahr 2031. Im Rahmen dieser Vereinbarung wurden bereits Anzahlungen in Höhe von 87 Millionen US-Dollar geleistet, die mit künftigen Lieferungen verrechnet werden. Diese finanzielle Absicherung unterstreicht die Bedeutung von AXT in der globalen Lieferkette für Hochgeschwindigkeits-Datenübertragung.

Ausblick auf Investorenkonferenzen

In den kommenden Wochen wird das Unternehmen seine Präsenz am Kapitalmarkt weiter verstärken. Wie AXT mitteilte, ist am Donnerstag die Teilnahme an der Needham 7th Annual Virtual Semiconductor Conference geplant. Weitere Termine folgen im September mit der B. Riley Securities Consumer & TMT Conference am 10. September sowie dem Morgan Stanley ASIA Best Corporate Day am 21. und 22. September.

Diese Veranstaltungen bieten der Geschäftsführung die Gelegenheit, die Strategie angesichts der aktuellen Marktenge und der Prognosen für das dritte Quartal 2026 zu konkretisieren.

Für das laufende Quartal stellt das Unternehmen einen Umsatz von mindestens 66 Millionen US-Dollar in Aussicht, was den Wachstumskurs untermauern würde. Anleger dürften hierbei besonders auf Aussagen zur Skalierung der Produktionskapazitäten achten, um der gemeldeten Knappheit im Sektor zu begegnen.

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Diskussion zu AXT

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.