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Axa Aktie: Hagel kann die Gewinnziele nicht kippen

Privat- sowie Lebens- und Gesundheitsgeschäft legten zu, während Axa XL nachgab und die Solvency-II-Quote sank.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Gewinnziel für 2026 bleibt bestehen
  • Naturkatastrophenschäden über dem Jahresbudget
  • Privatkundenprämien stiegen um sieben Prozent
  • Rückversicherung bei Axa XL rückläufig

Axa hält trotz höherer Naturkatastrophenschäden an seiner Gewinnprognose für 2026 fest. Der Versicherer erwartet weiterhin einen bereinigten Gewinn von rund 8,6 Milliarden Euro. Die gestern veröffentlichten Neunmonatszahlen zeigen dabei unterschiedliche Entwicklungen: Das Privatkunden- sowie das Lebens- und Gesundheitsgeschäft wachsen, während die Beiträge von Axa XL zurückgehen.

Für Anleger steht damit die Belastbarkeit des Ergebnisausblicks im Mittelpunkt. Die Schadenbelastung verhindert bislang keine Bestätigung der Ziele. Zugleich zeigt die Entwicklung bei Axa XL, dass das Wachstum nicht alle Geschäftsteile gleichermaßen erfasst.

Gewinnziele bleiben trotz Hagelschäden bestehen

Beim bereinigten Gewinn je Aktie erwartet Axa einen Zuwachs am oberen Ende des Zielkorridors von 6–8 Prozent. Auch die bereinigte Eigenkapitalrendite soll das obere Ende der angestrebten Spanne von 14–16 Prozent erreichen.

Diese Erwartungen sind weiterhin Prognosen, keine bereits erzielten Jahresergebnisse. Ihre Bestätigung ist angesichts der überplanmäßigen Naturkatastrophenschäden jedoch ein wichtiger Bestandteil der Neunmonatsmeldung.

Die Belastungen lagen über dem anteiligen Jahresbudget von 4,5 Schaden-Kosten-Quotenpunkten. Dazu trugen insbesondere Hagelereignisse in Frankreich, der Schweiz und Italien bei. Parallel sank die Solvency-II-Quote von 218 Prozent Ende Juni auf 213 Prozent Ende September.

Damit stehen den bestätigten Ergebniszielen sowohl eine höhere Schadenlast als auch eine niedrigere Solvenzquote gegenüber. Die Geschäftsentwicklung lässt sich deshalb nicht allein am Prämienwachstum beurteilen.

Privatkunden und Lebensversicherung stützen das Geschäft

In der Schaden- und Unfallversicherung stiegen die Prämien und sonstigen Erträge um 3 Prozent auf 48,1 Milliarden Euro. Besonders kräftig entwickelte sich das Privatkundengeschäft mit einem Zuwachs von 7 Prozent.

Die Wachstumsstützen liegen damit außerhalb von Axa XL. Auch das Lebens- und Gesundheitsgeschäft lieferte einen positiven Beitrag. Schutzprodukte in Hongkong und Japan sowie Einmalprämien im japanischen Spargeschäft unterstützten die Entwicklung.

Die Prämien im Lebens- und Gesundheitsgeschäft erhöhten sich um 7 Prozent auf 44,8 Milliarden Euro.

Bei Axa XL verlief das Geschäft dagegen rückläufig. Im Versicherungsgeschäft sanken die Prämien um 1 Prozent. Die Rückversicherung verzeichnete einen Rückgang von 9 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro.

Dahinter stehen unterschiedliche Entwicklungen innerhalb des Portfolios: Im Versicherungsgeschäft von Axa XL stieg das Sachversicherungsvolumen, während das Haftpflichtvolumen zurückging. Das begrenzt die Aussagekraft einer isolierten Betrachtung des gesamten Prämienvolumens.

Analysten sehen Wachstum und Preisgestaltung positiv

JPMorgan bestätigte gestern die Empfehlung „Übergewichten“ mit einem Kursziel von 52 Euro. Analyst Farooq Hanif hob das solide Umsatzwachstum hervor, insbesondere in der Schaden- und Unfallversicherung. Die Preisgestaltung sei besser ausgefallen als erwartet.

Auch Jefferies beurteilt die Zahlen grundsätzlich positiv. Analyst Philip Kett verwies auf beständiges Wachstum und Umsätze leicht über den Erwartungen. Die über dem Budget liegenden Naturkatastrophenschäden seien allerdings etwas enttäuschend, wenn auch nicht überraschend.

Jefferies beließ die Kaufempfehlung und das Kursziel von 52,50 Euro unverändert. Die Axa-Aktie gewann gestern 1,2 Prozent. Die positive Kursreaktion passt damit zur überwiegend freundlichen Analysteneinschätzung, ohne die Belastungen durch Naturkatastrophen und das rückläufige Geschäft bei Axa XL aufzuheben.

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Diskussion zu Axa

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

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