Axa hält trotz höherer Naturkatastrophenschäden an seiner Gewinnprognose für 2026 fest. Der Versicherer erwartet weiterhin einen bereinigten Gewinn von rund 8,6 Milliarden Euro. Die gestern veröffentlichten Neunmonatszahlen zeigen dabei unterschiedliche Entwicklungen: Das Privatkunden- sowie das Lebens- und Gesundheitsgeschäft wachsen, während die Beiträge von Axa XL zurückgehen.
Für Anleger steht damit die Belastbarkeit des Ergebnisausblicks im Mittelpunkt. Die Schadenbelastung verhindert bislang keine Bestätigung der Ziele. Zugleich zeigt die Entwicklung bei Axa XL, dass das Wachstum nicht alle Geschäftsteile gleichermaßen erfasst.
Gewinnziele bleiben trotz Hagelschäden bestehen
Beim bereinigten Gewinn je Aktie erwartet Axa einen Zuwachs am oberen Ende des Zielkorridors von 6–8 Prozent. Auch die bereinigte Eigenkapitalrendite soll das obere Ende der angestrebten Spanne von 14–16 Prozent erreichen.
Diese Erwartungen sind weiterhin Prognosen, keine bereits erzielten Jahresergebnisse. Ihre Bestätigung ist angesichts der überplanmäßigen Naturkatastrophenschäden jedoch ein wichtiger Bestandteil der Neunmonatsmeldung.
Die Belastungen lagen über dem anteiligen Jahresbudget von 4,5 Schaden-Kosten-Quotenpunkten. Dazu trugen insbesondere Hagelereignisse in Frankreich, der Schweiz und Italien bei. Parallel sank die Solvency-II-Quote von 218 Prozent Ende Juni auf 213 Prozent Ende September.
Damit stehen den bestätigten Ergebniszielen sowohl eine höhere Schadenlast als auch eine niedrigere Solvenzquote gegenüber. Die Geschäftsentwicklung lässt sich deshalb nicht allein am Prämienwachstum beurteilen.
Privatkunden und Lebensversicherung stützen das Geschäft
In der Schaden- und Unfallversicherung stiegen die Prämien und sonstigen Erträge um 3 Prozent auf 48,1 Milliarden Euro. Besonders kräftig entwickelte sich das Privatkundengeschäft mit einem Zuwachs von 7 Prozent.
Die Wachstumsstützen liegen damit außerhalb von Axa XL. Auch das Lebens- und Gesundheitsgeschäft lieferte einen positiven Beitrag. Schutzprodukte in Hongkong und Japan sowie Einmalprämien im japanischen Spargeschäft unterstützten die Entwicklung.
Die Prämien im Lebens- und Gesundheitsgeschäft erhöhten sich um 7 Prozent auf 44,8 Milliarden Euro.
Bei Axa XL verlief das Geschäft dagegen rückläufig. Im Versicherungsgeschäft sanken die Prämien um 1 Prozent. Die Rückversicherung verzeichnete einen Rückgang von 9 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro.
Dahinter stehen unterschiedliche Entwicklungen innerhalb des Portfolios: Im Versicherungsgeschäft von Axa XL stieg das Sachversicherungsvolumen, während das Haftpflichtvolumen zurückging. Das begrenzt die Aussagekraft einer isolierten Betrachtung des gesamten Prämienvolumens.
Analysten sehen Wachstum und Preisgestaltung positiv
JPMorgan bestätigte gestern die Empfehlung „Übergewichten“ mit einem Kursziel von 52 Euro. Analyst Farooq Hanif hob das solide Umsatzwachstum hervor, insbesondere in der Schaden- und Unfallversicherung. Die Preisgestaltung sei besser ausgefallen als erwartet.
Auch Jefferies beurteilt die Zahlen grundsätzlich positiv. Analyst Philip Kett verwies auf beständiges Wachstum und Umsätze leicht über den Erwartungen. Die über dem Budget liegenden Naturkatastrophenschäden seien allerdings etwas enttäuschend, wenn auch nicht überraschend.
Jefferies beließ die Kaufempfehlung und das Kursziel von 52,50 Euro unverändert. Die Axa-Aktie gewann gestern 1,2 Prozent. Die positive Kursreaktion passt damit zur überwiegend freundlichen Analysteneinschätzung, ohne die Belastungen durch Naturkatastrophen und das rückläufige Geschäft bei Axa XL aufzuheben.
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