Ein Großinvestor stockt seinen Anteil an Aurubis spürbar auf. Die Stimmrechtsmeldung weist nun einen Besitz von 15,59 Prozent aus. Das passiert ausgerechnet in einer Phase enormer Stärke. Die Kupferaktie markierte gestern bei 186,90 Euro ein neues Allzeithoch. Marktbeobachter werten den Zukauf als klares Signal für die neue US-Strategie des Konzerns.
Profiteur der neuen US-Zölle
Hintergrund ist eine strukturelle Veränderung im globalen Kupfermarkt. Anfang April griffen in den USA verschärfte Import-Zölle. Die US-Behörden besteuern nun den vollen Zollwert der eingeführten Produkte. Bisher war nur der reine Metallgehalt relevant.
Die Folge: Importkonkurrenten kämpfen mit stark steigenden Kosten. Aurubis profitiert hingegen von seiner lokalen US-Produktion. Das neue Werk in Georgia läuft exakt zur richtigen Zeit hoch. Der Konzern sichert sich damit einen enormen Wettbewerbsvorteil.
Prognose rauf, Aktie im Aufwind
Diese Stärke spiegelt sich in den Büchern wider. Das Management hob die Jahresprognose kürzlich massiv an. Aurubis erwartet für das laufende Geschäftsjahr nun ein operatives Ergebnis von bis zu 475 Millionen Euro. Eine starke Nachfrage und hohe europäische Kathodenprämien treiben diese Entwicklung.
An der Börse kommt das glänzend an. Aktuell notiert das Papier bei 183,70 Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein sattes Plus von rund 146 Prozent auf der Anzeigetafel. Der langfristige Aufwärtstrend ist völlig intakt.
Milliarden-Offensive drückt die Rendite
Parallel dazu treibt der Konzern den Ausbau seiner Kapazitäten voran. Bis zur zweiten Jahreshälfte gehen drei Großprojekte in den Vollbetrieb:
- Das Metallrecyclingwerk in Richmond mit 180.000 Tonnen Jahreskapazität.
- Eine neue Verarbeitungsanlage in Hamburg für 30.000 Tonnen.
- Der Ausbau der bulgarischen Kupferelektrolyse auf 340.000 Tonnen.
Dieser Hochlauf kostet zunächst Geld. Die operative Kapitalrendite fiel zuletzt auf 7,8 Prozent. Das Management verweist auf die laufenden Wachstumsinvestitionen. Deren Gewinnbeiträge fließen erst mittelfristig in die Bilanz.
Politischer Katalysator im Sommer
Der nächste politische Katalysator steht bereits fest. Bis Ende Juni legt der US-Handelsminister einen Bericht über den Kupfermarkt vor. Danach entscheidet US-Präsident Trump über mögliche Stufenzölle auf raffiniertes Kupfer ab 2027. Kommen diese Abgaben, steigen die globalen Preise weiter. Aurubis wäre durch seine US-Werke gegen dieses Szenario ideal abgesichert.
