Vor einem Jahr kostete die Aurubis-Aktie noch rund 75 Euro. Heute steht sie bei 180,70 Euro — ein Plus von über 138 Prozent in zwölf Monaten. Hinter diesem Lauf steckt eine Wette auf Recycling, lokale US-Produktion und steigende Kupfernachfrage. Und die Wette scheint aufzugehen.
Georgia als Schutzwall gegen Zölle
Das neue Werk in Richmond, Georgia läuft seit Januar 2026. Rund 740 Millionen Euro hat Aurubis investiert. Die Anlage verarbeitet komplexe Recyclingmaterialien wie Leiterplatten und Kupferkabel — und soll auf voller Auslastung jährlich 180.000 Tonnen schaffen.
Der Zeitpunkt ist strategisch günstig. Am 6. April 2026 traten verschärfte Section-232-Zölle in Kraft. Sie gelten nun auf den vollen Zollwert importierter Kupferprodukte — nicht mehr nur auf den Metallanteil. Importkonkurrenten zahlen damit deutlich mehr. Aurubis produziert lokal und bleibt verschont.
Die Lage ist dennoch kein reines Gewinnerthema. JP Morgan weist darauf hin, dass große Kupfermengen, die vor den Zöllen in die USA geströmt sind, dort nun gebunden bleiben. Das stützt zwar die Inlandspreise. Belastet aber Abnehmer kupferintensiver Produkte — und könnte Absatzmärkte verschieben.
Recycling vervielfacht das Ergebnis
Aurubis hat seine Jahresziele kräftig angehoben. Statt 300 bis 400 Millionen Euro operativem EBT rechnet das Unternehmen für das bis September 2026 laufende Geschäftsjahr nun mit 375 bis 475 Millionen Euro.
Besonders das Recycling-Segment zieht an. Im letzten Geschäftsjahr erzielte die Sparte 13 Millionen Euro operatives Vorsteuerergebnis. Für dieses Jahr erwartet das Management 115 bis 175 Millionen Euro. Eine Vervielfachung.
Parallel laufen weitere Projekte:
- Hamburg (Complex Recycling): Inbetriebnahme im ersten Halbjahr 2026, rund 30.000 Tonnen zusätzliche Kapazität
- Aurubis Bulgaria: Erweiterung der Kupferelektrolyse in der zweiten Jahreshälfte 2026, Kapazität steigt um 50 Prozent auf 340.000 Tonnen jährlich
- Richmond, USA: Ab Geschäftsjahr 2026/27 erwartet Aurubis rund 170 Millionen Euro operatives EBITDA aus dem Werk
Nächste Bewährungsprobe: der Kupferzoll-Bericht
Bis zum 30. Juni 2026 muss der US-Handelsminister dem Präsidenten einen Bericht über den Kupfermarkt vorlegen. Danach entscheidet Trump, ob ein stufenweiser Zoll auf raffiniertes Kupfer kommt. Ein solcher Zoll ab 2027 würde die globalen Preise weiter belasten — und genau das Szenario schärfen, gegen das sich Aurubis mit der US-Produktion absichert.
Der Hochlauf in Hamburg und Richmond ist damit nicht nur eine Kapazitätsfrage. Er ist auch der Test, ob die erhöhte Jahresprognose trägt. Die Quartalszahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr werden zeigen, ob Richmond bereits messbar zum Ergebnis beiträgt.
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