Der Kupferkonzern Aurubis verzeichnet am heutigen Mittwoch einen deutlichen Kursanstieg. Das Papier legt im Tagesverlauf um 4,4 % auf 172,90 € zu. Damit setzt sich die positive Tendenz des laufenden Jahres fort, in dem die Aktie seit Jahresbeginn bereits um 40 % an Wert gewinnen konnte.
Während das Unternehmen operativ von einer gestiegenen Profitabilität profitiert, rücken auch signifikante Verschiebungen in der Aktionärsstruktur sowie zeitliche Herausforderungen bei internationalen Großprojekten in den Fokus der Anleger.
Starke Quartalszahlen und operative Meilensteine
Anfang August legte der Hamburger Multimetall-Produzent Zahlen für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2025/26 vor. Das operative Ergebnis vor Steuern (EBT) kletterte in diesem Zeitraum um 31 % auf 374 Millionen Euro.
Besonders das dritte Quartal erwies sich mit einem operativen EBT von 149 Millionen Euro als deutlich stärker als das vorangegangene Vierteljahr, in dem 121 Millionen Euro erzielt worden waren. Aurubis bestätigte in diesem Zusammenhang die Prognose für das Gesamtjahr und rechnet weiterhin mit einem operativen EBT zwischen 425 und 525 Millionen Euro.
Ein wesentlicher Fortschritt in der Strategie des Konzerns war die Inbetriebnahme des Projekts „Complex Recycling Hamburg“ im Juli. Die Investitionssumme für die neue Anlage belief sich auf 190 Millionen Euro.
Das Unternehmen erwartet durch die optimierten Materialflüsse am Standort Hamburg einen substanziellen finanziellen Beitrag, sobald das Werk vollständig hochgefahren ist. Unterstützt wird das Geschäftsumfeld zudem durch eine straffere globale Versorgungslage am Kupfermarkt, was die Preise für das Industriemetall zuletzt stützte.
Verzögerungen beim US-Projekt Richmond
Weniger positiv nahmen Investoren Berichte über das US-Recyclingwerk Richmond auf. Der Hochlauf der ersten Phase des Projekts in den Vereinigten Staaten verzögert sich nach Unternehmensangaben voraussichtlich bis in das Geschäftsjahr 2026/27. Die zweite Phase wird erst für das Geschäftsjahr 2027/28 erwartet. Diese zeitliche Verschiebung resultiert aus einem operativen Überlappen bei der Inbetriebnahme beider Phasen, was den Prozess für Schlüsselsysteme verlängert.
Die Analysten der Schweizer Großbank UBS stuften die Aktie am 6. August auf „Neutral“ mit einem Kursziel von 160 Euro ein. In der Bewertung wurde der verzögerte Anlauf in Richmond als leicht negative Erkenntnis hervorgehoben, da dies die mittelfristigen operativen Ergebnisziele beeinflussen könnte.
Neue Dynamik im Aktionärskreis
Für zusätzliche Bewegung sorgten jüngste Stimmrechtsmitteilungen, die eine Konsolidierung im Aktionärskreis andeuten. Medienberichten zufolge erhöhte die GP Günter Papenburg AG ihren Anteil am Freitag auf 5,01 %, nachdem dieser zuvor bei 3,07 % gelegen hatte. Zeitgleich meldete Goldman Sachs eine Gesamtposition von 11,79 %, wovon der Großteil über Finanzinstrumente gehalten wird.
Diese Veränderungen im Aktionärskreis folgen auf das Engagement der Rossmann Beteiligungs GmbH, die bereits in einem früheren Zeitraum einen Anteil von 15 % an Aurubis aufgebaut hatte. Die Kombination aus operativer Erholung und den Verschiebungen in der Eigentümerstruktur scheint das Interesse am Markt am heutigen Handelstag wieder spürbar belebt zu haben.
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