Aurubis steuert auf die Zielgerade zu. Der Kupferkonzern hat rund 90 Prozent seines 1,7-Milliarden-Investitionsprogramms abgearbeitet. Zwei Großprojekte stehen kurz vor der Fertigstellung. Gleichzeitig zeigt der Chart eine spannende Konstellation.
Die Aktie notierte am Freitag bei 198,40 Euro — ein Plus von 0,25 Prozent. Auf Wochensicht gab sie rund drei Prozent nach. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von über 56 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 211,40 Euro trennen den Kurs noch gut sechs Prozent.
Großprojekte in Hamburg und Georgia
Das Complex Recycling Hamburg (CRH) hat im März die erste Schmelze absolviert. Jetzt läuft der Hochlauf. Rund 190 Millionen Euro investiert Aurubis in die Anlage. Sie soll künftig 30.000 Tonnen zusätzliches Recyclingmaterial pro Jahr verarbeiten.
Parallel dazu schreitet der US-Standort in Georgia voran. Aurubis Richmond ist die erste Multimetall-Recyclinghütte in den USA. Phase 1 läuft planmäßig, Phase 2 soll bis Ende des Geschäftsjahres starten. Nach Fertigstellung verarbeitet das Werk 180.000 Tonnen komplexes Recyclingmaterial jährlich. Kostenpunkt: rund 800 Millionen US-Dollar.
Rund 1,5 Milliarden Euro sind bereits investiert. Ab 2028/29 erwartet Aurubis aus allen Projekten zusätzliche EBITDA-Beiträge von etwa 260 Millionen Euro pro Jahr. Hinzu kommt der Ausbau der Kupfer-Elektrolyse in Bulgarien. Die Kapazität steigt dort um 50 Prozent auf 340.000 Tonnen.
Solide Zahlen trotz Gegenwind
Die Mitte Mai vorgelegten Halbjahreszahlen untermauern die operative Stärke. Das operative Ergebnis vor Steuern stieg auf 121 Millionen Euro — ein Plus von 15 Prozent zum Vorquartal. Das operative EBITDA legte auf 187 Millionen Euro zu.
Gestützt wurde das Ergebnis durch höhere Metallpreise, insbesondere bei Edelmetallen. Auch die Erlöse aus Recyclingmaterial und Schwefelsäure lagen über dem Vorjahr. Diese Effekte kompensierten deutlich gesunkene Schmelz- und Raffinierlöhne sowie höhere Abschreibungen.
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Der operative ROCE sank auf 8,1 Prozent. Grund sind die noch nicht vollständig wirksamen Investitionen in die Wachstumsprojekte.
Chart: Entscheidung an der 20-Tage-Linie
Technisch zeigt sich ein gemischtes Bild. Die Aktie hat die 20-Tage-Linie nach unten durchbrochen und notiert bei 47,3 im RSI — neutral. Mittel- und langfristig bleibt der Trend intakt. Kurzfristig dominiert der Abwärtsdruck.
Der 50-Tage-Durchschnitt liegt bei rund 177 Euro, der 200-Tage-Durchschnitt bei 139 Euro. Beide Marken unterstreichen die Erholung seit dem 52-Wochen-Tief bei 77,40 Euro. Eine Rückeroberung der 20-Tage-Linie bei rund 191 Euro wäre das erste Signal für neue Stärke.
Makrotrend spricht für Kupfer
Die strukturelle Nachfrage nach Kupfer wächst. Allein die US-Industrie benötigt jährlich rund 1,8 Millionen Tonnen. Experten erwarten in den nächsten fünf Jahren einen Anstieg um fast 30 Prozent. Kupfer ist der Schlüsselrohstoff für Energiewende, E-Mobilität und Stromnetze.
Aurubis positioniert sich genau in diesem Markt. Die neuen Recyclingkapazitäten sichern dem Konzern Zugang zu strategischen Metallen — ohne neue Minen. Kurz gesagt: eine Wette auf den Rohstoff der Zukunft.
In der kommenden Woche wird sich zeigen, ob die Aktie den kurzfristigen Druck abschütteln kann. Gelingt der Sprung über die 20-Tage-Linie, wäre der Weg zurück zum Hoch frei. Bleibt die Konsolidierung bestehen, könnten Anleger Geduld brauchen.
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