Eli Lilly hat sich bereit erklärt, das Unternehmen für 6,75 US-Dollar je Aktie in bar zu übernehmen, was einem Volumen von rund 2,8 Milliarden Dollar entspricht. Hinzu kommt eine bedingte Zusatzzahlung von bis zu 2,50 Dollar je Aktie über sogenannte Contingent Value Rights, die das Gesamtvolumen der Transaktion auf bis zu 3,8 Milliarden Dollar treiben kann.
Der Schlusskurs von Atai Beckley lag am Freitag bei 6,30 Euro, nach einem Tagesplus von 0,80 Prozent. Über 30 Tage summiert sich der Kursanstieg auf 77,97 Prozent – ein Sprung, der maßgeblich auf die Übernahmeankündigung zurückgeht. Zum 52-Wochen-Hoch von 7,85 Euro, erreicht am 16. Juli 2026, fehlen der Aktie derzeit noch 19,75 Prozent.
Die Übernahme als strategischer Türöffner für Lilly
Für Eli Lilly markiert der Zukauf laut Berichterstattung von Pharmaceutical Technology den ersten Einstieg des Konzerns in den Psychedelika-Sektor. Im Fokus steht das Präparat BPL-003, ein 5-MeO-DMT-Wirkstoff, der sich in der Phase III zur Behandlung therapieresistenter Depressionen befindet und in Studien eine Reduktion der Depressionswerte um 19,0 Punkte gezeigt haben soll. Ergänzt wird die Pipeline durch VLS-01, das sich in Phase II gegen therapieresistente Depression befindet, sowie EMP-01, das in einer Phase-IIa-Studie gegen soziale Angststörung getestet wird.
Die Transaktion reiht sich in eine Serie von Branchenbewegungen ein. AbbVie war zuvor über die Übernahme von Giglamesh und dessen Wirkstoff Bretisilocin für 1,2 Milliarden Dollar in das Feld eingestiegen. Otsuka hatte im Juni 2026 Transcend für ebenfalls 1,2 Milliarden Dollar übernommen. Auch Compass Pathways mit seinem Präparat COMP360 befindet sich derzeit in der FDA-Prüfung zur Behandlung therapieresistenter Depression, während Definium Therapeutics mit seinem LSD-basierten Wirkstoff DT120 in einer Phase-III-Studie zur schweren depressiven Störung positive Ergebnisse erzielte – die Aktie des Unternehmens legte daraufhin um 50 Prozent zu.
Politisches Rückenwind und Marktpotenzial
Ein wesentlicher Treiber der jüngsten Dealwelle ist eine Anordnung von US-Präsident Trump aus dem April 2026, die beschleunigte FDA-Prüfungen sowie zusätzliche Fördermittel für psychedelische Behandlungsansätze vorsieht. Das Analysehaus Jefferies beziffert das kommerzielle Potenzial von BPL-003 laut CNBC auf ein bis zwei Milliarden Dollar. Als Vergleichsgröße dient Johnson & Johnsons Ketamin-Präparat Spravato, das im Jahr 2026 auf einen Umsatz von rund zwei Milliarden Dollar zusteuert.
Die Kursbewegung bei Atai Beckley fiel entsprechend deutlich aus: Nach Bekanntwerden des Deals sprang die Aktie im vorbörslichen Handel um 31 Prozent, im nachbörslichen Handel wurden sogar 66 Prozent verzeichnet. Die technischen Indikatoren spiegeln die Rally wider – der 14-Tage-RSI notiert bei 76,1 und signalisiert damit eine überkaufte Marktlage, während die annualisierte 30-Tage-Volatilität mit 121,46 Prozent auf die hohe Schwankungsbreite in diesem Übernahmeszenario hinweist.
Für Eli Lilly selbst bleibt der Zukauf angesichts der eigenen Unternehmensgröße überschaubar. Der Pharmakonzern wies im ersten Quartal 2026 einen Gewinn je Aktie von 8,55 Dollar aus und übertraf damit die Konsensschätzung von 6,97 Dollar deutlich, bei einem Umsatz von 19,80 Milliarden Dollar und einem Jahreswachstum von 55,5 Prozent. Für das Gesamtjahr 2026 stellt Lilly einen Gewinn je Aktie zwischen 35,50 und 37,00 Dollar in Aussicht.
Atai Beckley-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Atai Beckley-Analyse vom 20. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Atai Beckley-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Atai Beckley-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 20. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Atai Beckley: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
