Ein Studienergebnis reicht manchmal, um eine ganze Wachstumsstory ins Wanken zu bringen. Astrazeneca musste am Donnerstag einräumen, dass die späte Phase-III-Studie zu seinem Herzmittel Wainua ihr zentrales Ziel verfehlt hat. Die Aktie geriet daraufhin unter Druck.
Studie CARDIO-TTRansform verfehlt Hauptziel
Die gemeinsam mit Ionis entwickelte Studie CARDIO-TTRansform testete Wainua (Eplontersen) bei Patienten mit transthyretin-vermittelter Amyloid-Kardiomyopathie, kurz ATTR-CM. Diese fortschreitende und oft tödliche Herzerkrankung betrifft weltweit schätzungsweise 300.000 bis 500.000 Menschen. Der primäre Endpunkt — eine Kombination aus kardiovaskulärer Mortalität und wiederkehrenden Herz-Kreislauf-Ereignissen über einen Zeitraum von 140 Wochen — wurde gegenüber Placebo nicht statistisch signifikant erreicht.
Mit 1.432 eingeschlossenen Teilnehmern an 130 Studienzentren in 20 Ländern ist CARDIO-TTRansform die bislang größte Studie zu dieser Erkrankung. Das Sicherheitsprofil von Wainua blieb dabei unauffällig und deckte sich mit früheren Ergebnissen.
Interessant wird es im Detail: In einer vorab festgelegten Subgruppenanalyse zeigte Wainua als Monotherapie einen nominell signifikanten Effekt — bei Patienten, die zusätzlich einen sogenannten Stabilisator erhielten, blieb dagegen kein messbarer Nutzen. Sharon Barr, Forschungschefin für Biopharmazeutika bei Astrazeneca, betonte, die Ergebnisse lieferten trotz des verfehlten Hauptziels wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse für die Behandlung der Erkrankung.
Aktie gibt leicht nach
Die Astrazeneca-Aktie notierte zuletzt bei 14.240 Pence und damit knapp ein Prozent im Minus. Angesichts der breiten Diversifikation des Konzerns über Onkologie, seltene Erkrankungen und Atemwegserkrankungen bleibt der Kursrückgang bislang moderat. Belastend wirkte am Donnerstag zusätzlich ein insgesamt schwacher Markt in London, der unter der Eskalation im Nahost-Konflikt litt.
Astrazeneca und Ionis wollen den vollständigen Datensatz nun genauer auswerten. Die detaillierten Ergebnisse sollen der wissenschaftlichen Gemeinschaft beim Kongress der European Society of Cardiology im August 2026 vorgestellt werden. Bis dahin bleibt offen, ob sich aus der Monotherapie-Subgruppe noch ein Ansatzpunkt für eine gezieltere Weiterentwicklung des Medikaments ergibt.
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