Zwölf positive Phase-III-Studien und vier erstmals zugelassene Medikamente in neun Monaten: Astrazeneca legt zum dritten Quartal eine Bilanz vor, die vor allem die Pipeline in den Mittelpunkt rückt. Das Geschäft läuft solide, die Jahresziele bleiben unangetastet.
Wachstum trotz Patentabläufen
Der Umsatz stieg in den ersten neun Monaten um sieben Prozent, jeweils zu konstanten Wechselkursen. Das operative Kernergebnis und der Kerngewinn je Aktie legten um 14 Prozent zu. Zweistellig wuchsen die Onkologie, das Geschäft mit Atemwegs- und Immunerkrankungen sowie die Seltenen Erkrankungen.
Sie glichen damit Gegenwind aus: Farxiga und Brilinta verlieren Exklusivität, hinzu kommt die mengenbasierte Beschaffung in China. Die Prognose für Umsatz und Kerngewinn je Aktie 2026 bestätigt der Konzern. Währungseffekte dürften den Umsatz im Gesamtjahr im niedrigen einstelligen Prozentbereich stützen.
Pipeline und Zukäufe
Konzernchef Pascal Soriot beziffert das Spitzenumsatzpotenzial der zwölf positiven Studien auf deutlich mehr als zehn Milliarden Dollar. Die Studienergebnisse, die 2027 anstehen, könnten nach seinen Worten sogar mehr als 20 Milliarden Dollar bringen. Seit den Zahlen zum Schlussquartal 2025 erhielt das Unternehmen 47 Zulassungen in wichtigen Regionen.
Im Oktober investierte Astrazeneca zwei Milliarden Dollar in Summit Therapeutics und hält nun rund 12 Prozent der Anteile. Beide Firmen prüfen gemeinsam, wie sich der Antikörper Ivonescimab mit Astrazeneca-Wirkstoffen kombinieren lässt.
Mit insitro startete zudem eine KI-gestützte Zusammenarbeit zur Wirkstoffsuche bei MASH und Herzmuskelerkrankungen. Die Vorauszahlung beträgt 40 Millionen Dollar, mögliche Meilensteinzahlungen summieren sich auf rund 1,46 Milliarden Dollar.
Parallel dazu läuft das Programm „Reshaping for Sustainable Growth“. Es kostet bis zu zwei Milliarden Dollar einmalig und soll jährlich 1,5 Milliarden Dollar vor Steuern einsparen. Die Mittel fließen laut Konzern vor allem zurück in die Pipeline. Die Maßnahmen sollen bis Ende 2029 weitgehend abgeschlossen sein.
Auszeichnung für Enhertu
Rückenwind gibt es auch aus der Forschung: Das gemeinsam mit Daiichi Sankyo vermarktete Krebsmittel Enhertu gewann den internationalen Prix Galien 2026 in der Kategorie Biotechnologie. Es ist die zweite Auszeichnung nach dem US-Preis 2024.
Die nächsten Zahlen legt Astrazeneca am 9. Februar 2027 vor. Dann zeigt sich, ob die Onkologie die auslaufenden Patente weiter ausgleicht.
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