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Symbolbild, KI-generiert

AST SpaceMobile Aktie: Brasilien-Deal ohne Starttermin?

Die Kooperationen schaffen einen geplanten Zugang zu Brasiliens Mobilfunknetzen; Genehmigungen, Vertragsdetails und ein Starttermin fehlen noch.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Drei brasilianische Anbieter vereinbaren Zusammenarbeit
  • Partner planen Frequenzen im 700-MHz-Band
  • Anatel-Genehmigung und Cade-Prüfung stehen aus
  • AST strebt erste Verbindungen bis Ende 2026 an

Der nächste Schritt für AST SpaceMobile führt nicht nur ins All, sondern tiefer in die Netze regionaler Mobilfunkanbieter. Gestern gaben Brisanet, Unifique und Iez! Telecom kommerzielle Vereinbarungen für Satellitenkommunikation in Brasilien bekannt.

Für mich liegt darin die entscheidende Anlegerfrage: Kann AST aus Partnerschaften tatsächlich nutzbare Mobilfunkversorgung machen? Die Vereinbarungen zeigen einen Weg dorthin. Einen bestätigten Dienststart liefern sie noch nicht.

Der Satellit braucht Partner am Boden

Der größere Gedanke hinter dem Brasilien-Vorhaben ist überzeugend: Satelliten sollen dort einspringen, wo das terrestrische Mobilfunknetz nicht hinreicht. Vorgesehen sind Sprach- und Datenverbindungen mit gewöhnlichen Smartphones. Zusätzliche Endgeräte oder Apps sollen dafür nicht nötig sein. Das wäre keine neue Gerätewelt, sondern eine Erweiterung der bestehenden Mobilfunkversorgung.

Die brasilianischen Partner wollen dafür ihre Frequenzen im 700-MHz-Band bereitstellen und in terrestrische Gateway-Infrastruktur investieren. Diese Bodenstationen sollen ihre Mobilfunknetze mit dem Satellitensystem verbinden. Die Anbieter sollen auch die Preise für ihre Kunden festlegen.

Gerade diese Arbeitsteilung macht die Nachricht interessant. AST plant nicht einfach eine isolierte Verbindung zwischen Satellit und Telefon. Das Vorhaben verbindet Weltraumtechnik mit Frequenzrechten, Bodeninfrastruktur und dem Angebot lokaler Mobilfunkunternehmen. Der Zugang zum Kunden soll über die Partner laufen.

Wer bei Satellitenkommunikation nur auf die Zahl der Raumflugkörper schaut, übersieht deshalb einen wesentlichen Teil der Umsetzung. In Brasilien gehören die terrestrischen Investitionen ausdrücklich zum Konzept. Die spektakuläre Technik im Orbit ersetzt die weniger sichtbare Arbeit am Boden nicht.

Eine Vereinbarung ist noch kein Angebot

Hier beginnt allerdings die notwendige Nüchternheit. Die endgültigen Vertragsbedingungen sind noch nicht abgeschlossen. Außerdem stehen die erforderlichen Genehmigungen aus, darunter die Erlaubnis der Telekommunikationsbehörde Anatel für die vorgesehene Frequenznutzung. Auch die Prüfung durch die Wettbewerbsbehörde Cade gehört zu den offenen Punkten.

Ebenso fehlen Angaben zu Investitionssummen, Kostenaufteilung und Standorten. Einen Starttermin haben die Beteiligten nicht genannt. Tarife, Datenvolumen und konkrete Leistungsmerkmale sind ebenfalls noch offen. Eine landesweite Abdeckung oder die Unterstützung sämtlicher Smartphones ist nicht bestätigt.

Das schmälert den strategischen Wert der Vereinbarungen nicht automatisch. Es verändert aber ihre Bedeutung für Anleger. Bekannt ist bislang die geplante Zusammenarbeit. Wie viel Kapital sie beansprucht und wann daraus ein verfügbares Kundenangebot wird, lässt sich daraus noch nicht bestimmen.

Ich würde die Brasilien-Nachricht deshalb als Fortschritt beim geplanten Marktzugang lesen, nicht als bereits eingelösten Umsatzbeleg. Der Unterschied ist wesentlich: Eine Partnerschaft beschreibt, wer zusammenarbeiten will. Ein laufender Dienst muss zeigen, was Kunden tatsächlich erhalten und zu welchen wirtschaftlichen Bedingungen.

Der Zeitplan bleibt der Prüfstein

Brasilien steht dabei neben weiteren Ausbauplänen. Am Dienstag kündigte AST an, bis Ende 2026 erste, zunächst zeitweise verfügbare Smartphone-Satellitenverbindungen anzustreben. Genannt wurden die USA, Kanada, Japan, Großbritannien und Saudi-Arabien. Auch dieses Vorhaben steht unter dem Vorbehalt notwendiger Genehmigungen.

Damit liegt die Messlatte zunächst nicht bei einer ununterbrochenen Versorgung. Laut Light Reading wären für einen zeitweisen Dienst in den USA ungefähr 25 Satelliten nötig. Für einen kontinuierlichen Dienst nennt das Medium 45 Satelliten; diese Konstellation werde Anfang 2027 erwartet.

Der Unterschied zwischen zeitweiser und kontinuierlicher Verfügbarkeit ist keine sprachliche Feinheit. Er beschreibt unterschiedliche Leistungsversprechen. Für die Bewertung der brasilianischen Pläne ist deshalb entscheidend, welches Angebot die Partner letztlich zusagen können – und nicht allein, dass sie zusammenarbeiten wollen.

Am Markt steht dieser Ausbaugeschichte erhebliche Skepsis gegenüber: Seit Jahresanfang hat die Aktie -43% verloren. Die brasilianischen Vereinbarungen beantworten diese Skepsis noch nicht. Sie machen aber konkreter, woran AST sich messen lassen muss.

Mein Maßstab wäre deshalb nicht die nächste Partnerliste. Aussagekräftiger sind abgeschlossene Bedingungen, erteilte Genehmigungen und ein klar beschriebenes Angebot. Brasilien eröffnet AST eine weitere Möglichkeit, seine Technik in bestehende Mobilfunknetze einzubinden. Der eigentliche Bewährungsnachweis beginnt dort, wo aus dieser Möglichkeit ein nutzbarer Dienst wird.

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Diskussion zu AST SpaceMobile

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.