Der Weltraum-Netzbetreiber AST SpaceMobile hat einen entscheidenden operativen Fortschritt erzielt. Am Mittwoch startete das Unternehmen erfolgreich seine BlueBird-Satelliten der nächsten Generation mit einer Falcon-9-Rakete von Cape Canaveral aus. Die Einheiten 11, 12 und 13 befinden sich nun in der Erdumlaufbahn und markieren eine neue Phase beim Aufbau des satellitengestützten Mobilfunknetzes.
Rekordgroße Mobilfunk-Arrays erfolgreich gestartet
Nach Unternehmensangaben handelt es sich bei diesen Satelliten um die größten Kommunikations-Arrays, die jemals in einem niedrigen Erdorbit eingesetzt wurden. Sie sind mehr als dreimal so groß wie die ursprünglichen Block-1-Einheiten des Konzerns. Mit dieser Technologie will AST SpaceMobile Spitzen-Datenraten von nahezu 200 Mbit/s erreichen – und zwar direkt auf herkömmliche, handelsübliche Smartphones.
Parallel zum aktuellen Missionserfolg treibt das Unternehmen die Serienfertigung weiter voran. Während die Einheiten mit den Nummern 14 bis 16 bereits für die kommenden Starts vorbereitet werden, befindet sich die Produktion für Satelliten bis zur Nummer 42 bereits in einem fortgeschrittenen Stadium.
Finanzielle Weichenstellung und Ausblick auf Quartalsergebnisse
An der Börse wird die operative Entwicklung genau beobachtet, da bereits am Montag ein wichtiger Termin im Finanzkalender ansteht. AST SpaceMobile hat für diesen Tag eine Telefonkonferenz zu den Geschäfts- und Finanzergebnissen des zweiten Quartals angesetzt. Analysten rechnen zudem mit einem Quartalsumsatz von rund 34,54 Millionen US-Dollar, was eine massive Steigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeuten würde. Der geschätzte Verlust pro Aktie soll sich auf 29 Cent belaufen.
Für das laufende Jahr bestätigte das Management jüngst die Umsatzprognose in einer Spanne von bis zu 200,0 Millionen US-Dollar. Die finanzielle Basis für diesen Expansionskurs wurde im Juli durch eine Wandelanleihe über 1,15 Milliarden US-Dollar gestärkt. Inklusive dieser Mittel verfügte das Unternehmen pro-forma zum Ende des zweiten Quartals über Barmittel und Äquivalente von mehr als 3,8 Milliarden US-Dollar.
Analystenbewertungen und Insiderbewegungen
Diese Liquiditätssicherung stieß bei Marktbeobachtern auf ein positives Echo. Die Analysten von B. Riley Securities stuften die Aktie am 17. Juli von Neutral auf Buy hoch und verwiesen dabei auf die gesicherte Finanzierung durch die Wandelanleihen. Am 29. Juli hob auch Scotiabank das Rating auf Sector Perform an. Das Analysehaus begründete diesen Schritt mit einer verbesserten Bewertung des Titels nach einem vorangegangenen Kursrücksetzer.
Trotz der operativen Meilensteine gab es zuletzt Bewegungen im Aktionärskreis, die Aufmerksamkeit erregten. Medienberichten zufolge kam es in den vergangenen 90 Tagen zu deutlichen Verkäufen durch Insider. Demnach veräußerten unter anderem Hiroshi Mikitani und die American Tower Corp Anteile im großen Stil. Ein nennenswerter Erwerb von Aktien durch Insider wurde in diesem Zeitraum hingegen nicht registriert.
Im gestrigen Handel schloss das Papier bei 58,50 Euro. Damit notiert der Wert seit Jahresbeginn rund 5,65 Prozent im Minus. Bis zum 52-Wochen-Hoch von 114,60 Euro bleibt derzeit ein Abstand von 48,95 Prozent. Die Anleger blicken nun gespannt auf die detaillierten Zahlen und die Kommentare des Managements am kommenden Montag, um weitere Hinweise auf die Skalierung des Geschäftsmodells zu erhalten.
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