Das US-Raumfahrtunternehmen AST SpaceMobile hat am heutigen Mittwochmorgen einen entscheidenden Meilenstein für den Aufbau seines satellitengestützten Mobilfunknetzes erreicht. Um 03:42 Uhr Ortszeit startete eine Falcon-9-Rakete von SpaceX vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida, um drei neue BlueBird-Satelliten in eine niedrige Erdumlaufbahn zu bringen. Die Mission mit den Seriennummern 11 bis 13 markiert den Ausbau der sogenannten Direct-to-Cell-Dienste, die eine direkte Verbindung zwischen Satelliten und herkömmlichen Smartphones ermöglichen sollen.
Ausbau der BlueBird-Konstellation im Erdorbit
Bei den heute ins All beförderten Einheiten handelt es sich um Satelliten des Typs Block 2. Diese zeichnen sich durch Antennenflächen von jeweils rund 2.400 Quadratfuß aus. Laut Medienberichten sind diese neuen Modelle technisch deutlich leistungsfähiger als ihre Vorgänger: Sie sollen die Bandbreite im Vergleich zur ersten Generation verzehnfachen und Spitzendatenraten von bis zu 120 Megabit pro Sekunde (Mbps) ermöglichen. Die Aussetzung der Satelliten im Orbit war für knapp eine Stunde nach dem Start geplant.
Der für den Transport genutzte Falcon-9-Booster absolvierte dabei seinen 30. Flug und landete im Anschluss erfolgreich auf dem Drohnenschiff „A Shortfall of Gravitas“. Für AST SpaceMobile ist diese Erweiterung der Konstellation ein notwendiger Schritt, um die geplanten Beta-Dienste im weiteren Verlauf des Jahres 2026 zu realisieren. Zu den strategischen Partnern für diesen Netzausbau zählen Schwergewichte der Telekommunikationsbranche wie AT&T, Verizon und Vodafone.
Strategischer Markteintritt und staatliche Förderung
Parallel zum technologischen Fortschritt im Orbit hat AST SpaceMobile gestern den kommerziellen Betrieb in Japan aufgenommen. In Zusammenarbeit mit dem Partner Rakuten, der einen Anteil von rund 5,3 Prozent am Unternehmen hält, starteten die Direct-to-Cellular-Operationen im japanischen Markt. Dieser Schritt wird durch die japanische Regierung massiv unterstützt, die Fördergelder in Höhe von 926 Millionen US-Dollar für die Stärkung der Kommunikationsresilienz bereitgestellt hat.
Die Kooperation mit Rakuten umfasst laut Unternehmensangaben etwa 15,51 Millionen Aktien, die sich im Besitz des japanischen Konzerns befinden. Ziel der Zusammenarbeit ist es, Mobilfunklücken in geografisch anspruchsvollen Regionen Japans zu schließen und die Erreichbarkeit bei Naturkatastrophen sicherzustellen.
Marktstimmung und Ausblick auf Quartalszahlen
An der Börse sorgten die Nachrichten über den bevorstehenden Start und die Expansion in Asien zuletzt für eine deutliche Belebung. Die Aktie von AST SpaceMobile notiert heute bei 61,70 € und verzeichnet damit ein Plus von 1,15 %. Besonders auffällig ist die Dynamik der vergangenen Tage: Innerhalb von nur sieben Tagen legte der Wert um etwa 12 bis 24 % zu. Diese Kursbewegung wurde zudem von einer spürbaren Veränderung der Marktstruktur begleitet. Das Leerverkaufsinteresse (Short Interest) sank zuletzt auf 19,9 Prozent, nachdem es in der Vorwoche noch bei 21,7 Prozent gelegen hatte.
Zusätzliche Impulse lieferten positive Kommentare aus dem Umfeld von Meta im Rahmen eines Workshops zur Satelliten-Konnektivität für den Messenger-Dienst WhatsApp. Anleger richten ihren Blick nun auf den kommenden Montag, den 10. August, wenn das Unternehmen voraussichtlich seine Zahlen für das zweite Quartal präsentieren wird. Analysten bewerten das Papier im Konsens derzeit mit „Hold“ bei einem durchschnittlichen Kursziel von 87,60 US-Dollar. Die US-Regulierungsbehörde FCC hat dem Unternehmen bereits die Genehmigung für den Betrieb von insgesamt 248 Satelliten erteilt, was den langfristigen Expansionsplänen weiteren Raum gibt.
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