AST SpaceMobile hat gestern Abend nach US-Börsenschluss die Ergebnisse für das zweite Quartal 2026 vorgelegt. Während der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum massiv anstieg, verfehlte das Unternehmen die Erwartungen der Analysten sowohl beim Erlös als auch beim Ergebnis je Aktie deutlich. Dennoch hält der Satelliten-Spezialist an seinen Zielen für das Gesamtjahr fest und verweist auf eine starke Liquiditätsposition.
Erwartungen bei Umsatz und Ergebnis verfehlt
Der Umsatz belief sich im abgelaufenen Quartal auf 31,5 Millionen US-Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatte dieser Wert noch bei lediglich 1,2 Millionen US-Dollar gelegen.
Trotz dieses prozentualen Sprungs blieb der Erlös hinter dem Analystenkonsens zurück, der laut Medienberichten bei etwa 34 bis 35 Millionen US-Dollar gelegen hatte. Getrieben wurde das Wachstum vor allem durch Lieferungen für Gateways und das Erreichen von Meilensteinen in Verträgen mit der US-Regierung.
Auf der Ergebnisseite weitete sich der Nettoverlust auf 230,9 Millionen US-Dollar aus, was einem Minus von 0,77 US-Dollar je Aktie entspricht. Analysten hatten im Vorfeld mit einem deutlich geringeren Verlust gerechnet; die Schätzungen lagen im Schnitt bei 0,32 bis 0,35 US-Dollar.
Belastet wurde das Ergebnis maßgeblich durch eine Einmalbelastung in Höhe von 125,9 Millionen US-Dollar, die auf einen Vorfall im Zusammenhang mit dem Satelliten BlueBird 7 zurückzuführen ist. Zudem stiegen die operativen Kosten im Zuge des Netzwerkausbaus auf 329,1 Millionen US-Dollar.
Satellitenflotte und Auftragsbestand wachsen
Trotz der Quartalszahlen bestätigte die Unternehmensführung die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026. Diese liegt weiterhin in einer Spanne von 150 bis 200 Millionen US-Dollar.
Gestützt wird dieser Ausblick durch einen Auftragsbestand von rund 1,3 Milliarden US-Dollar, der sich aus kommerziellen Vereinbarungen und Regierungsaufträgen zusammensetzt. Allein für die US-Regierung wurden neue Projekte im Wert von über 100 Millionen US-Dollar gesichert.
Operativ treibt das Unternehmen den Ausbau seiner Konstellation voran. Aktuell befinden sich 13 Satelliten im Orbit, nachdem am 5. August drei weitere BlueBird-Einheiten erfolgreich gestartet wurden.
Ziel bleibt es, bis Anfang 2027 eine Flotte von rund 45 Satelliten im All zu haben, um einen kontinuierlichen Dienst in Schlüsselmärkten wie den USA, Europa und Japan zu ermöglichen. Die Produktion für weitere Einheiten bis hin zum Satelliten BlueBird 46 ist bereits angelaufen.
Analystenstimmen und finanzielle Ausstattung
Die finanzielle Basis des Unternehmens wurde im Juli durch die Platzierung einer Wandelanleihe über 1,15 Milliarden US-Dollar gestärkt. Damit belief sich die Pro-forma-Liquidität zum 30. Juni auf mehr als 3,7 Milliarden US-Dollar. Zusätzliches Kapital ohne Verwässerung für die Aktionäre könnte künftig über das J-LEO-Projekt in Japan fließen, das ein Volumen von bis zu einer Milliarde US-Dollar erreichen kann.
Unter den Analysten bleibt das Bild uneinheitlich. Während die Experten der Deutschen Bank ein Kursziel von 106 US-Dollar veranschlagen, zeigt sich Barclays mit einem Ziel von 65 US-Dollar deutlich zurückhaltender. Zuletzt sorgten zudem Insiderverkäufe für Aufmerksamkeit: Der Finanzvorstand und der Technikvorstand veräußerten laut Pflichtmitteilungen insgesamt mehr als 85.000 Aktien.
An den deutschen Handelsplätzen notiert die Aktie heute bei 57,80 Euro, was einem Rückgang von 3,18 % entspricht. Damit weist das Papier einen Abstand zum 52-Wochen-Hoch von -49,56 % auf. Anleger reagieren somit zunächst vorsichtig auf die Verfehlung der kurzfristigen Gewinnziele, während der Fokus auf den bevorstehenden Satellitenstarts im weiteren Jahresverlauf bleibt.
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