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Assembly Biosciences Aktie: Gilead und Farallon investieren 100 Millionen

Assembly Biosciences sichert sich 100 Mio. Dollar durch Aktienplatzierung und erweitert das Programm für ABI-6250 auf neue Lebererkrankungen.

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Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kapitalerhöhung über 100 Millionen Dollar
  • Erweiterung von ABI-6250 auf PBC und PSC
  • Phase-2-Studie für Hepatitis D geplant
  • Aktie reagiert mit Tagesgewinn von 6,94 Prozent

Assembly Biosciences nutzt eine wichtige Biotech-Woche für einen doppelten Schritt: frisches Kapital und ein breiteres Entwicklungsprogramm. Die Kapitalerhöhung verwässert bestehende Aktionäre, verschafft dem Unternehmen aber mehr Spielraum für ABI-6250. Genau dieser Spagat erklärt die unruhige Reaktion der Aktie.

Kapitalerhöhung bringt Zeit

Am Freitag, dem 22. Mai 2026, bepreiste Assembly Biosciences eine registrierte Platzierung von 3.358.602 Stammaktien zu 26,50 Dollar je Aktie. Für ein klinisches Biotech-Unternehmen ist das ein zentraler Punkt: Ohne ausreichend Kapital bleibt selbst ein vielversprechendes Programm schnell stecken.

Über die Platzierung sollen brutto rund 100 Millionen Dollar zufließen. Hinzu kommen vorfinanzierte Optionsscheine für 415.000 Aktien zu 26,499 Dollar je Schein. Die Mittel sollen in die klinische Entwicklung der Pipeline und allgemeine Unternehmenszwecke fließen.

Zu den beteiligten Investoren zählen Gilead Sciences, Commodore Capital und Farallon Capital. Die Konsortialbanken erhielten außerdem eine 30-tägige Option auf bis zu 566.040 zusätzliche Aktien; der Abschluss ist um den 26. Mai 2026 geplant.

ABI-6250 wird breiter aufgestellt

Parallel zur Finanzierung erweitert Assembly Biosciences das Entwicklungsprogramm für ABI-6250. Der oral verfügbare NTCP-Hemmer war zunächst auf Hepatitis D ausgerichtet, soll nun aber auch bei cholestatischen Lebererkrankungen geprüft werden. Konkret geht es um primär biliäre Cholangitis und primär sklerosierende Cholangitis.

Die Phase-1a-Studie ist abgeschlossen, auch die chronischen Toxikologiestudien sind beendet. Nach einem konstruktiven Pre-IND-Gespräch mit der FDA plant das Unternehmen den nächsten klinischen Schritt bei Hepatitis D.

Für HDV soll eine Phase-2-Studie im vierten Quartal 2026 starten.

Der Basket-Ansatz bei PBC und PSC soll im ersten Quartal 2027 folgen, ebenfalls als Phase-2-Programm. Besonders PSC macht den Schritt interessant: Für diese Erkrankung gibt es bislang keine zugelassenen Therapien. Christopher Bowlus von der UC Davis sieht in der NTCP-Blockade einen mechanistisch neuen Ansatz für diese Krankheitsbilder.

Markt reagiert schwankend

Das Umfeld für Lebermedikamente hat sich ebenfalls bewegt. Die FDA genehmigte Gileads Hepcludex mit dem Wirkstoff Bulevirtid als erste Behandlung für chronische Hepatitis D in den USA. Für Assembly ist das kein direkter Durchbruch, aber ein wichtiges Signal: Der regulatorische Weg für Eintrittshemmer in diesem Markt ist real.

Die Aktie schloss am Freitag bei 28,34 Dollar und gewann am Tag 6,94 Prozent. Auf Wochensicht blieb dennoch ein Minus von 1,08 Prozent.

Der langfristige Blick fällt deutlich freundlicher aus: Innerhalb eines Jahres hat der Wert 109 Prozent gewonnen. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie allerdings mit 16,02 Prozent im Minus. Technisch bewegt sich der Kurs nahe seinen gleitenden Durchschnitten; der RSI von 28,6 zeigt kurzfristig angeschlagenes Momentum.

Analysten bleiben trotz Verwässerung konstruktiv. H.C. Wainwright sieht das Kursziel bei 50,00 Dollar, Guggenheim bei 43,00 Dollar. Die Marktkapitalisierung lag zum Wochenschluss bei rund 421 Millionen Dollar.

Der nächste Takt ist damit klar gesetzt: erst der Abschluss der Finanzierung, dann die klinischen Starts ab Ende 2026. Die 100 Millionen Dollar kaufen Assembly Biosciences Zeit — den Beweis für den breiteren Wert von ABI-6250 müssen die kommenden Studien liefern.

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